30.03.2009 17:38 |

"Wahnwitzige Idee"

Bäumchen und Steinchen für lokale Prominenz

Es ist eine ländliche Posse, die da im Bezirk Feldbach die Gemüter erhitzt. Im schmucken 4.000-Einwohner-Örtchen St. Stefan im Rosental hat der ÖVP-dominietre Gemeinderat kürzlich beschlossen, eine "Prominenten-Allee" zu errichten. Für große Söhne und Töchter gibt's ein Bäumchen mit Steinmonument davor. Kostenpunkt: jeweils 1.400 Euro. Viel zu viel angesichts der Budgetnöte, wie Kritiker schäumen.
Die Idee mag ja originell und einzigartig sein; aber in Krisenzeiten wie diesen (wo's vor allem in unseren Kommunen monetär an allen Ecken und Enden klemmt), kommt sie nicht überall gut an. Und so lässt das ambitionierte Bauprojekt die Wogen hochgehen.

Säule für Johann Lafer steht schon
47 Bäumchen wurden im Ort gepflanzt, davor sollen dem Plan nach Erinnerungssteine aufgestellt werden. Eine Säule mit güldenen Buchstaben steht schon, und zwar jene für Starkoch Johann Lafer (im Bild). Auf den ist man in St. Stefan nämlich ganz besonders stolz.

"Die Kosten pro Stein belaufen sich auf weniger als 1.400 Euro", sieht Bürgermeister Johann Kaufmann keine Geldverschwendung in der Ehrung St. Stefaner VIPs.

"Sauteurer Personenkult"
Genau die wird ihm jetzt aber von den Sozialdemokraten vorgeworfen. Gemeinderat Wolfgang Nagelschmied hält es für "wahnwitzig", Tausende von Euro beim Fenster hinauszuwerfen: "Nichts gegen die Baumallee, aber das ist ein sauteurer Personenkult! Die honorigen Personen sollen die Denkmäler doch selbst bezahlen."

Auf Nachfrage der "Steirerkrone" ruderte der so angegriffene Ortschef übrigens gleich zurück: "Zwei Gedenksteine, die auch der Gemeinderat genehmigt hat, stellen wir auf, dann ist erst einmal Schluss!"

Gerüchten zufolge auch deshalb, weil die "Fahndung" nach 45 weiteren berühmten St. Stefanern vorläufig ergebnislos verlief...

von Gerald Schwaiger und Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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