Die Gänsehaut-Stimmung in der Wiener Schultz-Halle sprang vom Start weg von den Rängen auf die Eisfläche über. "So eine Serie hat mir schon immer einen Riesenspaß gemacht - es ist wichtig, dass wir das letzte Match vor eigener Kulisse haben", gestand auch Capitals-Coach Gaudet. "Wir sind immer der Außenseiter gewesen, so auch in dieser Partie. Aber wir werden um das Wunder kämpfen", schwor 99ers-Stürmer Layne Ulmer, in dieselbe Kerbe schlug Teamkollege Stefan Herzog: "Wir haben vor dieser Serie kaum Erwartungen gehabt - jetzt sind wir mittendrin im Entscheidungsspiel und wollen nur noch gewinnen."
"Kalte Dusche" gleich zu Beginn
Genau diese unbändige Entschlossenheit vermisste man zu Beginn dieses finalen Krimis aber und die "kalte Dusche" folgte prompt - nach nur 55 Sekunden bezwang Gallant 99ers-Keeper Charpentier (Foto), der auch diesmal wieder den Vorzug gegenüber Grumet-Morris erhielt. So begann's für die Gilligan-Truppe gleich mit einem Rückstand, der bis zur ersten Pause weiter anwuchs. Nach dem 0:2 gab sich 99ers-Co Krainz noch kämpferisch: "Das zweite Tor ist zu einem ungünstigen Zeitpunkt gefallen, aber wir haben noch Zeit." Und der Beginn des zweiten Drittels schien im Recht zu geben. Tony Iob fälschte einen Kuiper-Schuss in der 24. Minute entscheidend ab und ließ die 300 mitgereisten Fans jubeln.
Gilligan soll gehalten werden
Ein Funke Hoffnung, der aber bald verglühte, da Gratton mit seinem zweiten Treffer (28.) an diesem Abend das Schicksal der 99ers besiegelte. Am Ende wurden Day, Lange & Co. mit einer 1:5-Niederlage in den Urlaub geschickt. Für den Vorstand um Präsident Steinburg beginnt die Arbeit erst jetzt: Denn Coach Bill Gilligan, der eine neue Euphorie entfachte, soll gehalten werden. Dann kann's nächste Saison ein "Märchen" mit einem richtigen Happy-End geben...
Erste-Bank-Eishockey-Liga, Viertelfinale, 7. Spiel:
Vienna Capitals - Graz 99ers 5:1 (2:0, 2:1, 1:0); Torfolge: 1:0 (1.) Gallant, 2:0 (19.) Gratton, 2:1 (24.PP) Iob, 3:1 (28./PP) Gratton, 4:1 (39.) Werenka, 5:1 (52./PP) Björnlie.
von Marcus Stoimaier ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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