Portotyp des humanen Strafvollzugs
Das Interesse an dem steirischen Gefängnis ist seit der Eröffnung 2005 ungebrochen groß. Mit seinen lichtdurchfluteten Räumen samt Teeküche, der hellen, freundlichen Möblierung und den balkonähnlichen Freilufträumen gilt das Haus als Prototyp des humanen Strafvollzugs. Der Erfolg kam von selbst: Gewaltdelikte bleiben aus, Krankenstände haben sich reduziert, Resozialisierungsbemühungen fruchten weit besser als anderswo.
Keine Rede von "Luxusknast"
Von einem "Luxusknast" - wie die Leobner Anstalt immer wieder gerne kritisch genannt wird - will Gießauf nichts wissen: "Unter den schönsten Bedingungen eingesperrt zu sein, bedeutet noch immer, meiner Freiheit entzogen zu sein. Die Erfahrung zeigt, dass Insassen aus Hochsicherheitsgefängnissen, wenn sie freikommen, tickende Zeitbomben sind. Einfach nur wegsperren, und das unter widrigsten Bedingungen, ist zu wenig."
Berlin ist nun die erste Stadt, die das Modell nachahmt. Auch hier übernimmt der Grazer Architekt Josef Hohensinn das "Bau-Ruder".
von Barbara Winkler, "Steiermark"
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