Warum sind Sie schon zwei Tage nach der brutalen Attacke wieder im Geschäft?
"Das ist meine Therapie. Nur so kann ich die Angst überwinden. Und ich hatte Todesangst! Aber meine Familie gibt mir Kraft."
Sie haben es den Tätern aber auch nicht leicht gemacht und sich mit Händen und Füßen zur Wehr gesetzt.
"Das war wirklich sehr unüberlegt. Aber aus der Emotion heraus schien es mir richtig. Natürlich war es keine Heldentat, sondern ein einziger Überlebenskampf. Einem hab ich sogar einen Kinnhaken versetzt..." (sie zeigt den blauen Fleck auf ihrer linken Hand).
Wenn Sie an den Überfall denken: Woran erinnern Sie sich am besten?
"An die schwarzen Strickhandschuhe, die einer der Räuber getragen hat. Ich dachte, diese Hände bringen mich um." (... immer wieder kommen Stammkunden in den kleinen Juwelierladen und erkunden sich, wie es Frau Reiter geht...)
Das war nicht der erster Überfall auf Ihr Geschäft?
"Nein, eine Verkäuferin von mir wurde vor einigen Jahren überfallen. Der Täter wollte sie austricksen. Aber als das nicht klappte, hat er sie umgestoßen und ist mit Goldarmbändern geflohen. Bei mir selbst hat es einer 2007 versucht. Ich habe aber laut geschrien. Da ist er davongelaufen."
Wie lange wollen Sie eigentlich noch selbst im Laden arbeiten?
"Seit 46 Jahren stehe ich jetzt hier, nachdem ich das Geschäft von meiner Mutter übernommen habe. Seit 1894 ist er in Familienbesitz. Ich bleibe, bis ich jemand Passenden als Nachfolger gefunden habe. Eigentlich wollte ich heuer in Rente gehen..."
von Arnold Klement und Eva Molitschnig, "Steirerkrone"
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