"Life-Haus"-Prozess

Staatsanwalt: “Unternehmen ausgeschlachtet”

Steiermark
23.01.2009 02:50
Drei Geschäftsführer der in Konkurs geschlitterten steirischen Baufirma "Life Haus" haben sich am Mittwoch und Donnerstag am Grazer Straflandesgericht unter anderem wegen betrügerischer Krida verantworten müssen. Die Beschuldigten bekannten sich in den wesentlichen Anklagepunkten für nicht schuldig. Der Prozess wurde vertagt.

Die Firma "Life Haus" war spezialisiert auf den Bau von Einfamilien- und Doppelhäusern. Die Käufer zahlten, doch das Geld soll bei den Handwerkern zum Teil nie angekommen sein. Der Schaden beträgt laut Staatsanwaltschaft Graz über zehn Millionen Euro. Auf der Strecke blieben die Häuselbauer, die mit ihren Forderungen plötzlich ohne Ansprechpartner dastanden.

Firma trotz Zahlungsfähigkeit verkauft
Vor Gericht beteuerte der 40-jährige Erstangeklagte aus der Südsteiermark, dass er sein Unternehmen "nie in einer Krise" gesehen habe und immer zahlungsfähig gewesen sei. Er verkaufte seine Firma trotzdem im September 2006 an den Zweitangeklagten - einen "Unternehmenssanierer". Dieser setzte als neuen Geschäftsführer den Drittangeklagten ein.

"Life Haus" wurde "S.K.T."
Während sich der neue Eigentümer von "Life Haus" - die in "S.K.T." umbenannt worden ist - als Berater sah und sich keiner Schuld bewusst war, gab der 48-jährige Drittangeklagte an, nur am Papier Geschäftsführer gewesen zu sein. Die Fäden hätten nach wie vor der Erst- und der Zweitangeklagte in der Hand gehabt.

Staatsanwalt: "Unternehmen ausgeschlachtet"
Den Ausführungen des Gutachters und des Masseverwalters zu Folge war das Unternehmen "spätestens im vierten Quartal 2005 zahlungsunfähig" - also schon mehrere Monate vor der Übertragung des Unternehmens. Bevor endgültig Konkurs angemeldet werden musste, habe der Südsteirer sein eigenes Unternehmen noch "ausgeschlachtet", hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Gläubiger müssten nun durch die Finger schauen.

Prozess auf 11. Februar vertagt
Das Schöffengericht musste die Verhandlung am späten Donnerstagabend vertagen, da Staatsanwalt Konrad Kmetic die Anklage modifizierte und erweiterte. Zudem wurden weitere Beweisanträge gestellt. Der Prozess wird am 11. Februar fortgesetzt.

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