Grazer umgestiegen

Tägliches Plus von 10.000 Öffi-Fahrten im Jahr ’08

Steiermark
20.01.2009 11:02
Im Durchschnitt verzeichnen die Grazer Verkehrsbetriebe (GVB) im Jahr 2008 ein tägliches Plus von rund 10.000 Fahrten! Die Grazer - aber auch die Pendler - steigen nun offensichtlich auf die Öffis um. Gründe dafür gibt es gleich mehrere...

Graz AG-Vorstand Wolfgang Malik: "Zuwächse gab es vor allem im zweiten Halbjahr 2008. Dafür ist die Wirtschaftskrise sicher mitverantwortlich. Es greifen aber auch Aktionen wie etwa die verbilligten Langzeit-Tickets, die Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder ins Leben gerufen hat."

Weitere Ursachen wären der Qualitätsschub der Grazer Öffis und die Einrichtung von Park-and-Ride-Anlagen am Stadtrand in Verbindung mit den Grünen Zonen.

Rücker: "Graz ist bereit"
Auf ihrem Weg bestätigt fühlt sich die grüne Verkehrsstadträtin Lisa Rücker: "Dieser enorme Zuwachs zeigt deutlich, dass die Grazer bereit sind, auf die Öffis umzusteigen, wenn die Rahmenbedingungen passen. Ich erwarte mir jetzt auch finanzielle Unterstützung vom Bund für unsere nächsten Straßenbahnprojekte."

Aus- und Neubau im Bim-Bereich
In Graz sind ja einige Linienverlängerungen bzw. überhaupt neue Linien geplant, etwa nach Südwesten (Straßgang), nach Norden (Gösting) sowie eine "Umleitung" der Linie 1 über die Uni. Einen eigenen Straßenbahn-Anschluss wird in absehbarer Zeit aber auch Graz-Reininghaus brauchen - dort entstehen in den nächsten Jahren ja Wohnungen, Arbeitsplätze, Lokale, Geschäfte usw. für bis zu 15.000 Menschen.

Autos werden verdrängt
Mit der Ausweitung der Grünen Zonen und neuen Park-and-Ride-Anlagen (ein Konzept, das noch der schwarze Rücker-Vorgänger Gerhard Rüsch auf Schiene brachte) soll der Autoverkehr auch in Zukunft vermehrt an den Rand der Landeshauptstadt gedrängt werden.

Drei Millionen Fahrten mehr - Daten und Fakten:

  • Nach der alten Zählmethode hätten die GVB 2008 die 100-Millionen-Fahrgäste-Schallmauer geknackt. Man hängte sich aber den Verbund an, dort werden etwa die Freifahrten für Lehrlinge nicht mitgezählt. So kam man 2008 auf 95 Millionen Fahrgäste - 2007 waren es noch 92 Millionen.
  • Allein im Dezember 2008 gab es ein Plus von 400.000 Fahrten.
  • Pro gewonnenem Fahrgast (Ticket) erhalten die GVB von der Stadt eine Prämie von zehn Cent. 
  • Trotz Fahrgast-Plus, das Zusatzeinnahmen von etwa 1,2 Millionen brachte, schreiben die GVB (wie andere Verkehrsunternehmen in Städten) ein saftiges Minus. 2007 waren es 20 Millionen Euro.
  • Die Stadt garantiert durch den Verkehrs-Dienstleistungs-Vertrag, der von 2007 bis 2017 läuft, ingesamt 500 Millionen Zuzahlung.
  • Die GVB sparten 2008 durch Optimierungen 500.000 Euro ein.

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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