Schadenersatz?

Althaus muss nach Skiunfall mit Klage rechnen

Steiermark
12.01.2009 10:48
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) muss nach seinem Skiunfall mit einer Schadenersatzforderung rechnen. Das kündigte der Anwalt des Ehemannes der am Neujahrstag bei dem Unfall auf der obersteirischen Riesneralm tödlich verletzten 41-jährigen Slowakin im Nachrichtenmagazin "Focus" an. Althaus sei nach den bisherigen Ermittlungen von einer steileren Piste bergauf in einen flacheren Skihang gefahren: "Der Ministerpräsident hätte so fahren müssen, dass er niemanden gefährdet. Das war anscheinend nicht der Fall. Deshalb wollen wir Schadenersatz fordern."

Zur Höhe der Forderung äußerte er sich nicht. Der Anwalt hofft nach Angaben des Magazins auf eine außergerichtliche Einigung. Andernfalls werde er eine Zivilklage anstreben. Ob es auch zu einem Strafprozess gegen Althaus wegen fahrlässiger Tötung kommt, steht noch nicht fest. "Die Gutachten von zwei Sachverständigen liegen noch nicht vor", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft im steirischen Leoben, Walter Plöbst, dem Magazin.

Noch viele Fragen offen
Die Staatsanwaltschaft will mit den Sachverständigen nochmals den Unfallhergang auf der Skipiste im Bezirk Liezen rekonstruieren. Vor allem soll demnach der Frage nachgegangen werden, wo genau sich der Leibwächter befand und warum er Althaus nicht sehen konnte, obwohl die Skipiste von oben gut einsehbar ist. Plöbst: "Voraussichtlich in etwa vier Wochen werden die Ermittlungen abgeschlossen sein, und dann entscheiden wir." Althaus selbst kann sich nach Auskunft des Staatsanwalts "überhaupt an nichts erinnern".

Der Politiker wurde indes am Freitag per Hubschrauber vom Schwarzacher Krankenhaus in das Universitätsklinikum Jena in Thüringen verlegt . Ihm wurde laut Informationen der deutschen "Bild" auch mitgeteilt, dass Beata C.  an den Folgen des Unfalls verstorben sei. Eine mit der Familie befreundete Psychologin habe dies dem 50-Jährigen schonend beigebracht, heißt es. Weil der thüringische Ministerpräsident aber immer noch mit Orientierungs-Schwierigkeiten zu kämpfen hat, musste man es ihm mehrmals sagen. 

Keine bleibenden Schäden erwartet
Wie lange Althaus noch an dem sogenannten Übergangssyndrom leiden wird und wann er wieder vollständig orientiert ist, konnte Lenzhofer am Donnerstag nicht beantworten. "Dieses Durchgangssyndrom lässt sich durch Medikamente nicht beschleunigen", erläuterte Anästhesist und Intensivmediziner Hubert Artmann bei der Pressekonferenz. Wichtig sei, ihn von psychischen Belastungen fernzuhalten und ihm Zeit für die Entwicklung des eigenen Ichs zu geben. 

Althaus habe selbst den Wunsch geäußert, verlegt zu werden, schilderte Lenzhofer. Als Grund gab der ärztliche Direktor die Rücksichtnahme auf den gesundheitlichen Zustand von Althaus an. Den Transport bezeichnen die Spitalsärzte als "förderliche medizinische Handlung". Vom bisherigen Genesungsverlauf her sei von keinen bleibenden, gesundheitlichen Schäden auszugehen, erklärte Anästhesist Artmann.

Althaus vermutlich noch acht bis zehn Tage in Klinik
Nach Einschätzung der Universitätsklinik Jena ist noch nicht davon auszugehen, dass Althaus die Tragweite des Geschehenen gegenwärtig im vollen Umfang abschätzen kann. Die Uni-Klinik teilte mit, der Zustand des prominenten Patienten sei stabil. Althaus sei jedoch "zeitlich und örtlich noch nicht vollkommen orientiert", sagte der ärztliche Direktor Klaus Höffken. Althaus müsse erfahrungsgemäß mindestens noch acht bis zehn Tage in der Klinik bleiben. Danach schließe sich eine Reha-Kur an.

"Wir sind überzeugt, dass der Ministerpräsident auf dem Weg der Besserung schnell voranschreiten wird", sagte Höffken. Althaus sei um 14.15 Uhr wohlbehalten per Hubschrauber angekommen und freue sich, zurück in seiner Heimat zu sein. Der Direktor der Jenaer Neurochirurgie, Rolf Kalff, erklärte, Althaus sei wach und ansprechbar, allerdings zeitlich und örtlich noch nicht voll orientiert. Es lägen aber keine neurologischen Ausfälle vor. Damit bestätigte Kalff die Befunde der österreichischen Ärzte.

Tödlicher Zusammenstoß am Neujahrstag
Bei dem schweren Skiunfall auf der Riesneralm am Neujahrstag war eine 41-jährige Frau auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben (einen Bericht und ein Video über die Beisetzung von Beata C. findest du in der Infobox), Althaus hatte schwere Kopfverletzungen erlitten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
12.01.2009 10:48
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt