02.01.2009 11:14 |

"Grr", mit mir nicht!

Hunde reagieren auf Ungerechtigkeit "grantig"

"Grrr, du belohnst einen anderen mit Leckerlis und mich nicht?" Dass Hunde sich ungerecht behandelt fühlen oder gar so etwas wie Neid zeigen können, belegt eine brandaktuelle wissenschaftliche Studie des 2008 gegründeten Wolfforschungszentrums in Grünau (Oberösterreich) und der Universität Wien.

Vor allem ungerechte Belohnungen von Artgenossen hatten klare Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere, so Studienautorin Friederike Range. Die Untersuchung wurde in der jüngsten Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift "PNAS" veröffentlicht.

Als Testobjekte wählten die Forscher jeweils zwei Hunde, die entweder unter dem gleichen Dach wohnen oder ansonsten miteinander vertraut sind. Der Experimentator, der abseits der Kommandos jeden Kontakt mit den Tieren vermied, forderte mit bewusst monotoner Stimme einfache Kunststücke wie etwa "Pfote geben". Die Aufgaben mussten die Hunde teils alleine, teils gemeinsam mit ihrem vierbeinigen Partner ausführen.

Keine Belohung, keine Kooperation
Vor allem für die anschließenden Belohnungen - in Form von kleinen Leckerbissen - für korrekt ausgeführte Anweisungen sah der Versuchsplan verschiedene Varianten vor. Die Hunde zeigten die augenfälligsten Veränderungen im Verhalten, wenn ein Tier für die Erfüllung einer Aufgabe belohnt wurde und das andere nicht. "Dabei stellten die nicht-belohnten Hunde häufig die Kooperation ein, gaben die Pfote gar nicht mehr oder erst nach vielfacher Aufforderung", berichtete Range.

Häufig zeigten die nicht gefütterten Hunde auch Stresssymptome wie etwa "Lippenlecken" oder Ähnliches. Teilweise wurde der Experimentator in Folge überhaupt ignoriert.

Das Verhalten bei derart ungerechter Behandlung unterschied sich deutlich von Kontrollversuchen, bei denen etwa beide Hunde fürs "Pfote geben" keine Belohnungshappen bekamen, oder die Hunde überhaupt einzeln die Aufgaben lösen sollten. In beiden Fällen waren die Tiere auch ohne Belohnung wesentlich kooperativer als bei den Doppelversuchen mit Ungerechtigkeit.

Verhalten auch von Affen bekannt
Hinweise auf ähnliches Verhalten im Falle von Ungerechtigkeiten gab es bisher hauptsächlich bei Affen. Hier kann der Unmut sogar sehr deutlich ausgeprägt sein, wenn sich ein Tier ungerecht behandelt fühlt. Dennoch sind Wissenschafter mit Aussagen bezüglich Gefühlen von Tieren bewusst vorsichtig. Ob ein Tier tatsächlich Neid oder Eifersucht nach menschlichem Vorbild empfindet, bleibt demnach offen.

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