'Moderne Sklaverei'

Ein Sozialnetz für Leiharbeiter knüpfen

Steiermark
02.12.2008 14:39
Leiharbeitskräfte - sie sind die ersten, die in wirtschaftlich schlechten Zeiten wie den aktuellen über die Klinge springen: 12.000 von ihnen gibt es in der Steiermark. Und sie arbeiten in den meisten Fällen ohne jedes soziale Netz. In Zukunft soll es auch für sie Sozialpläne oder Stiftungslösungen wie bei den Stamm-Mitarbeitern geben.
Franz Gosch, Vizepräsident der steirischen Arbeiterkammer und Chef der Christgewerkschafter, hat die geballte Faust im Hosensack: "Zum Teil ist's moderne Sklaverei, die da passiert, diese Zweiklassengesellschaft in der Arbeitswelt muss abgeschafft werden. Und zwar sofort!" Denn die Leiharbeiter seien doppelt gestraft: "Sobald die Aufträge zurückgehen, werden sie nicht weiter beschäftigt. Und findet ihre Leasingfirma keinen Ersatzjob, dann sind sie meist schon innerhalb von drei Wochen arbeitslos."

Arbeitsstiftungen für Leiharbeiter
Was tun? Gosch fordert, dass auch für Leiharbeiter so genannte Arbeitsstiftungen gegründet werden. "Als erster Schritt zu ein bisserl mehr Gerechtigkeit in unserem Land." In diese Stiftung sollen neben dem Arbeitsmarktservice sowohl die Arbeitskräfte-Verleiher als auch die jeweiligen Betriebe einzahlen. Schulungen sollten künftig Standard sein. Er werde schon in dieser Woche ein entsprechendes, von Experten erarbeitetes Konzept der Landesregierung übergeben.

Noch kein Ende der Krise in Sicht
Die Statistik der Leiharbeiter-Kündigung führt die Autobranche an. Bei Magna und den diversen Zulieferern sind seit Anfang 2008 gleich 2.000 "außer Dienst" gestellt worden. Epcos (350), AT&S (159), AVL-List (70) und zuletzt ATB-Spielberg mit 30 verlorenen Leasing-Jobs sind gefolgt. Und ein Ende der Kündigungswelle ist (leider) noch lange nicht abzusehen.

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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