Banken im Zwielicht

Geldinstitute wälzen Kosten auf Kunden ab

Steiermark
21.11.2008 12:04
Die Banken verscherzen sich's zunehmend mit Kunden! Im Moment bei den Fremdwährungskrediten, die eigenmächtig umgewandelt werden: Beim Grazer Anwalt Harald Christandl stehen Klienten Schlange, die sich "gelegt" fühlen.

Die Fremdwährungskredite (Franken, Yen) hatten anfänglich Vorteile: Sie müssen erst nach Ende der Laufzeit - nach 20 oder mehr Jahren -  getilgt werden, bieten Top-Zinsen und Einsparungsmöglichkeiten. Kein Wunder, dass sich Tausende Steirer etwa beim Hausbau für dies Finanzierungsvariante entschieden haben...

... und jetzt ordentlich auf die Nase gefallen sind! Denn so manches heimische Geldinstitut versucht, so genannte Refinanzierungskosten unter Berufung auf die Krise aus Häuslbauer und Co. abzuwälzen: Man verlangt von den Kreditnehmern Vertragsänderungen, fordert eine sofortige Rückzahlung - oder wandelt Kredite in Euro um, ohne lange zu fragen!

"Verträge genau prüfen"
Eine Vorgangsweise, die auch dem sonst so besonnenen "Robin Hood der Kleinanleger" die Zornesröte ins Gesicht treibt. "Wir werden mit Anfragen bombardiert. Viele Steirer fühlen sich von ihrer Hausbank gelegt", schildert der Wirtschaftsanwalt Harald Christandl der "Steirerkrone". Man dürfte den Drohungen aber keinesfalls gleich nachgeben: "Erst die bestehenden Verträge genau prüfen - oder Einspruch einlegen!" Schließlich sie die einseitige Änderung von Vertragsbedingungen unzulässig.

Daten und Fakten

  • Fremdwährungskredite sind bei den Österreichern beliebt, Ende 2007 registrierte man mehr als 367.000 mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro. Sehr viele setzten auf Franken (44,5 Milliarden Euro).
  • Die meisten Kredite werden an Haushalte zur Wohnraumfinanzierung vergeben, sie sind via Hypothek besichert.
  • Sie sind zwar günstig, aber gleichzeitig auch riskant: Währungssschwankungen sind alles andere als selten, wertet die ausländische Währung im Vergleich zum Euro auf, stiegt der zu tilgende Kreditbetrag.

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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