Die Wogen gingen hoch, als die "Steirerkrone" vor zwei Wochen Details aus einem Diskussionspapier des Umwelt-Ressorts veröffentlichte. Auf den Punkt gebracht: Je nach Erstzulassung werden Kfz mit verschiedenfärbigen Plaketten ausgestattet: Rot (Zulassung bis 1999), gelb (bis 2004) und grün (für alle nach 2005 zugelassenen Fahrzeuge). Wer "grün" kleben hat, hat freie Fahrt, "rote Stinker" hingegen müssen draußen bleiben und dürfen nicht in die "Verbotene Stadt" (die ersten sechs Grazer Stadtbezirke - obwohl einige bereits von der gesamten Stadt sprechen - siehe Infobox).
Hälfte der Bevölkerung gegen sektorale Fahrverbote
Die "Krone"-Umfrage jedenfalls brachte (teils) verblüffende Ergebnisse: So sind zwar 86 Prozent der Meinung, dass die Verkehrsbelastung (und damit auch die Umweltbelastung) in der steirischen Landeshauptstadt stets zunimmt. Die logische Konsequenz "Stinker raus aus der City!" hat sich aber in den Köpfen noch nicht festgesetzt: Denn lediglich ein knappes Fünftel spricht sich für ein generelles Fahrverbot für Autos mit roter Plakette aus. "Auffallend", so die Rechercheure von IMAS, "ist die Ablehnung sektoraler Fahrverbote durch mehr als die Hälfte der Bevölkerung". Sprich, die Einfahrt in die ersten sechs Grazer Bezirke wollen sich die Menschen doch nicht nehmen lassen...
Zeitlich beschränkte Fahrverbote bevorzugt
Grundsätzlich werden zeitlich beschränkte Fahrverbote - von 40 Prozent der Befragten - gegenüber verordneten Umweltzonen bevorzugt. Ebenfalls überraschend: Nur ein knappes Drittel der Befragten hält eine Abfederung der Maßnahmen für sozial Schwächere für sinnvoll.
Abfuhr für die "City-Maut"
Wer politisch punkten möchte, der sollte den Begriff "City-Maut" übrigens nicht in den Mund nehmen. Die hat nämlich massive Gegnerschaft. 74 Prozent sind strikt gegen jegliches "Abkassieren" im Innenstadtbereich, lediglich 12 Prozent befürworten sie. Haushalte, in denen es zwei Autos gibt, lehnen die City-Maut übrigens gleich zu 94 Prozent ab.
Grenze heuer bereits 50-mal überschritten
Das Gros der Befragten spricht sich gegen ganzjährige Fahrverbote aus: Die zeitliche Beschränkung auf die Feinstaub-Saison im Winter (62 Prozent) bzw. auf Tage, an denen die Feinstaub-Höchstgrenze überschritten wird (41 Prozent), würden genügen. Diese Werte wurden heuer übrigens schon an 50 Tagen überschritten - und das, obwohl der Winter gerade erst begonnen hat...
von Gerhard Felbinger und Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone" und steirerkrone.at
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