Sa, 18. August 2018

Terror per SMS

29.10.2008 19:47

Mädchen (11) nach Handy-Nachricht verzweifelt

"Ich bin tot, wenn du diese Mail nicht in zehn Minuten an 15 Personen schickst" - diese Drohung auf sein Handy ließ ein steirisches Mädchen verzweifeln, weil es nicht wusste, woher es so schnell 15 Adressen kriegen sollte. Das sind perverse Auswüchse idiotischer E-Mails und SMS, die schon Erwachsene nerven; oder mit Unbehagen erfüllen. Bei Kindern hört sich der "Spaß" aber auf.

Handy und Internet haben ihre Sonnenseiten; keine Frage. Leider treiben aber auch viele anonym Schindluder mit Benutzern. Idiotische Massensendungen, Infos, die auf gebührenpflichtige Nummern zurückleiten, Ketten-SMS und mehr.

Erwachsene sollten damit an und für sich umgehen können. Doch selbst den Großen fällt es ofmals schwer, einfach die Lösch-Taste zu drücken. Aber für Kinder können manch perverse Auswüchse zum Horror-Erlebnis werden!

"Ich will dich töten"
Eine SMS mit der Drohung "Hallo mein Name ist Jena ich bin 7 Jahre alt und ich bin tot wenn du diese mail nicht in 10 MINUTEN AN 15 PERSONEN SCHIKST DAN STEHE ICH HEUTE ABEND AN DEINEM BETT MIT EINEM MESSER UND WILL DICH TÖTEN" bekam das steirische Mädchen (11) aufs Handy. "Meine Nichte war völlig verstört", schildert uns eine Leserin. "Das Kind ist total verzweifelt, weil es nicht wusste, woher es 15 Leute zum Weiterschicken kriegen sollte. Sowas ist eine Sauerei! Wie soll ein junger Mensch damit umgehen?"

Interview
Wie man reagieren sollte, haben wir eine Fachfrau (Dr. Elisabeth Fandler, Psychologin an der Kinderklinik Graz) gefragt. Guter Rat ist da allerdings teuer...

Frau Doktor, das Phänomen Massen-SMS und E-Mails - was sagen Sie dazu?
"Sowas gab es ja schon in unserer Jugend in Form von Kettenbriefen - aber zum Glück waren die Adressaten damals älter."

Hilft Logik dagegen?
"Mit Logik tun sich in solchen Fällen sogar Erwachsene oft schwer..."

Wie erklärt man Kindern also solche Dinge?
"Da gibt es mehrere Zugänge: Bei einem nicht so ängstlichen Kind kriegt man das oft hin, indem man schlicht erklärt: 'Das schicken Leute, die sich einen Scherz machen. Einen ganz schlechten.' Damit ist das meist erledigt."

Bei einem ängstlichen Kind?
"Das braucht einen starken Erwachsenen, von dem es das Gefühl hat, er kann das Problem aus der Welt schaffen. Indem ein Elternteil etwa klar Position bezieht, sagt: 'Das lassen wir uns nicht gefallen, ich informiere Anwälte und Telefongesellschaften.' Und der dem Kind glaubhaft garantieren kann, dass niemand sterben etc. muss. Aber: Ein Patentrezept gibt es da leider nicht..."

von Christa Blümel, "Steirerkrone"

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