So, 19. August 2018

Nazi-Gold gesucht

28.10.2008 21:41

Amerikaner will Geheimnis des Toplitzsees lüften

Alle Genehmigungen sind nach Jahren endlich unter Dach und Fach. Ab April 2009 will der legendäre US-Schatzsucher Norman Scott (kleines Bild) mit seiner Hi-Tech Ausrüstung das Geheimnis des Toplitzsees endgültig lüften.

Fünf Jahre lang hat sich die amerikanische Schatzsucherlegende Norman Scott, mittlerweile rüstige 78 Jahre alt geworden, mit dem steirischen Gewässer und dessen mysteriöser Geschichte beschäftigt. In aller Welt wurden Nachforschungen angestellt, unzählige Archive durchstöbert, zahlreiche Zeitzeugen befragt. Im Interview beschreibt der unermüdliche Amerikaner die Beweggründe für sein "Unternehmen Toplitzsee".

Scott: "Ich bin doch kein Narr"
Was im April des kommenen Jahres beginnt, ist nicht "wieder eine Schatzsucherei". Sie wird - und dafür sorgt das Neueste, das es an diesbezüglicher Ausrüstung gibt - mit ziemlicher Sicherheit die ultimative sein. Nichts wird da dem Zufall überlassen, alles der Technik. "Ich bin doch kein Narr", sagt Norman Scott, "und investiere Unsummen in eine Luftblase. Mein Wissen um die Geschichte des Sees, meine Erfahrung und die Zuverlässigkeit unserer Ausrüstung - eine bessere existiert nicht - geben mir die Garantie, dass alles, was sich im See befindet, geortet und, wenn möglich, geborgen werden kann."

Keine Ho-Ruck-Aktion
Dass es keine Ho-Ruck-Aktion von US-Schatzsucher-Cowboys wird, ist durch den präzisen Vertrag, der in der Vorwoche mit dem Seebesitzer, den Österreichischen Bundesforsten, fixiert wurde, garantiert. Da ist die Rollenverteilung exakt aufgelistet. Nichts, aber auch gar nichts, darf im und um den See passieren, das nicht Thema der Vereinbarung ist. Alles, was möglicherweise geborgen wird, muss vom Seebesitzer zuvor genehmigt werden.

Und weil es sich um ein ökologisch ungemein "sensibles" Gewässer handelt - der Toplitzsee beherbergt eine von Wissenschaftern bestätigte, weltweit einzigartige Flora und Fauna - sind auch die Umweltgrößen des Landes involviert.

Enge Richtlinien
Bei einem Treffen im Büro des steirischen Umweltlandesrates Manfred Wegscheider, bei dem auch die steirische Umwelt-Anwältin Ute Pöllinger und Hannes Zebinger, Leiter der Abteilung Naturschutz, anwesend waren, wurden in einem zweistündigen Gespräch enge Richtlinien festgelegt. Jerry Lee, Norman Scotts Technik-Experte erläuterte dabei genau, wie vorgegangen wird.

"Bis zur möglichen Berge-Phase wird nichts im See berührt. Unsere Geräte, wie das Side-Scan-Sonar, das Magnetometer, oder der Sub-Bottom-Profiler, die Videokameras, unsere Taucher und auch das von uns eingesetzte Zwei-Mann-U-Boot werden nur zu Erkundungszwecken eingesetzt. Am Ende werden wir exakte Aufzeichungnen über alles Ungewöhnliche, das sich im See befindet, besitzen. Die Bergungen der Gegenstände sind eine andere Sache."

Expertengutachten weist Weg
Ein Expertengutachten, das bis dahin auf Kosten Norman Scotts erstellt werden muss, weist den weiteren Weg. Was darf, ohne die empfindliche Ökologie des Sees zu beschädigen, auf welche Art hochgebracht werden? Umweltlandesrat Manfred Wegscheider: "Wir wissen um die Bedeutung der Scott-Aktion im Toplitzsee, aber wir legen auch die Regeln fest, unter denen sie ablaufen wird."

US-TV-Sender finanzierte Suche im Jahr 2000
Das bisher letzte Unternehmen am See, die vom US-TV-Sender CBS finanzierte im Frühjahr des Jahres 2000, hatte dazu geführt, dass der Seegrund teilweise mit mächtigen Metallrechen umgepflügt und das millionen Jahre alte, exklusive Leben in den Tiefen des Toplitzsees damit massiv beeinträchtigt wurde.

See ist Natur-Schatz
Der See selbst ist - wie vor allem die Forschungsarbeiten des Biologen Hans Fricke bestätigen - ein Natur-Schatz. Norman Scott und sein 20-köpfiges Team, das im April 2009 anrollen wird, haben dank der Verträge mit dem Land nur wenig Bewegungsfreiheit. Aber diese wollen sie nutzen. Und vielleicht doch auch andere Schätze finden.

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"

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