Fr, 17. August 2018

Jammer statt Star

16.09.2008 17:13

Tausende Euro umsonst für "Sting-Show" gezahlt

Was hat die Landes-Gemeindeaufsicht mit Konzerten zu schaffen? Einiges, wenn eine Kommune als Veranstalter auftritt. Es geht um ein Konzert von Megastar "Sting" im oststeirischen Gleisdorf. Die Gemeinde hatte einer Agentur satte 96 Tausender als Anzahlung überwiesen. Jetzt ist statt "Sting" Katzenjammer angesagt: Agentur im Konkurs, Konzert geplatzt, wer ist schuld am Debakel? Das muss die Aufsicht klären.
Gleisdorf hat einen guten Namen - als Jazzstadt. Doch im Oststeirischen wollte man höher hinaus. Mit einem Kaliber wie Sting. Auch die Provinz rockt, zeigen wir den Großstädtern die Nase, schien das Motto. Mit einer obersteirischen Agentur wurde ein Vertrag über die doch satte Gage von 240.000 Euro für "Sting & Band" abgeschlossen. Plus Mehrwertsteuer, plus Kartenbeteiligung.

Ein Drittel der Nettogage als Anzahlung
Die übrigens auch nicht ohne gewesen wäre: 70 Prozent von den 52 Euro, die ein Ticket kosten sollte, für den Künstler, 30 Prozent für die Gemeinde. Und 96.000 Euro (ein Drittel der Nettogage) überwies die Stadt gleich einmal der Agentur (einer Liebscher & Lugitsch KEG, Event Connection) als Anzahlung.

Agentur meldete Konkurs an
Doch statt Sting ist jetzt Katzenjammer angesagt. Die Agentur hat Konkurs angemeldet, keine Show. Über den finanziellen Status, sprich: die Überschuldung, gibt es noch keinen Überblick. Und dass aus der Masse viel zu holen ist, davon gehen Brancheninsider nicht aus. Irgendwie erinnert alles an eine ländliche Posse...

Bürgermeister wird Sorglosigkeit vorgeworfen
Hofrat Heinz Schille, Chef der Landes-Aufsichtsbehörde, bestätigt der "Steirerkrone", dass ihm eine Sachverhaltsdarstellung des Gleisdorfer Vizebürgermeisters Robert Lamperti vorliegt. Im Visier: ÖVP-Bürgermeister Christoph Stark. Ihm werfen die politischen Mitbewerber Sorglosigkeit, Nachlässigkeit und Blauäugigkeit vor.

Die Gemeindeaufsicht muss in den nächsten Wochen einiges klären:

  • Ob der Bürgermeister einen Vertrag, der die Gemeinde 240.000 Euro kostet, überhaupt alleine unterzeichnen darf.
  • Warum der Gemeinderat nicht befasst worden ist.
  • Warum die Veranstaltung nicht über mehrere Agenturen ausgeschrieben, sondern quasi freihändig vergeben worden ist.

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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