Nach den heftigen Turbulenzen hat der Herberstein-Löwe zuletzt gut gebrüllt: 100.000 Besucher sind allein heuer in den Tierpark gekommen. Ein wirtschaftlicher Impuls für die Region - der das Land allerdings Unsummen gekostet hat, wie der Rechnungshof aufdeckt.
Am 1. Oktober 2006 hat das Land einen Schlussstrich unter das Herberstein-Desaster gezogen - und den Tierpark bis 30. September 2026 gepachtet. Ob der damals geschlossene Vertrag "wasserdicht" - also auch für den Steuerzahler akzeptabel ist - wollte der Landtag wissen und aktivierte den Rechnungshof. Ergo haben sich die Kontrollore sämtliche Grundbuchauszüge und Gutachten vorgeknöpft und ihr Prüf-Ergebnis auf 46 Seiten niedergeschrieben. Und das hat's in sich - denn die öffentliche Hand muss weit tiefer in den Fördertopf greifen als ursprünglich angenommen!
"Überbrückungshilfen" schlugen mit stolzen 450.000 Euro zu Buche.
Satte 5.945.300 Euro an Zuwendungen wurden für die Abdeckung von Betriebsabgängen und für Gutachten locker gemacht.
Als Pachtzins wurde für die gesamte Laufzeit ein Betrag von 1.850.000 Euro vereinbart - zu zahlen übrigens bereits im Vorhinein, "um bestehende Verbindlichkeiten der Herberstein OHG zu begleichen".
Dazu kommen noch unfassbare 3.895.300 Euro (darin enthalten sind auch 120.000 Euro für ein Entwicklungskonzept für den Stubenbergsee) an zusätzlichen Übernahmekosten.
Und: 75 Prozent der Eintrittsgelder streift das Land ein, 25 gehen auf das Konto des Tierparks.
Alles in allem eine ziemlich teure Angelegenheit also...
von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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