Saftiges Minus

Notruf der steirischen Flugretter

Steiermark
01.08.2008 00:33
Die steirischen Flugretter setzen nun selbst einen Notruf ab: Für jeden dritten Einsatz sehen die "Gelben Engel" keinen Cent, weil die Kassen nur für tatsächlich schwer Erkrankte Geld locker machen. Eine Million Euro Verlust hat man heuer bereits eingeflogen. "Wir sind am Limit", schlägt jetzt der ÖAMTC Alarm.
Das Minus der steirischen GKK macht jetzt auch den steirischen Flugrettern schwer zu schaffen: Weil die finanzmarode Krankenkasse nur noch 36 Prozent aller Hubschraubereinsätze bezahlt, bleibt der ÖAMTC auf dem Großteil der entstandenen Kosten (Anflug, Medikamente, Personal) sitzen. Geld gibt's nur noch für die Versorgung von Schwerverletzten.

Saftiges Minus eingeflogen
"Unsere Club-Mitglieder können das nicht mehr länger finanzieren", schlägt der Geschäftsführer der Flugrettung, Reinhard Kraxner, deshalb gegenüber der "Steirerkrone" Alarm. "Allein in der Steiermark haben wir heuer bereits einen Abgang von über einer Million Euro erwirtschaftet." 

Besonders problematisch sei die Situation für den Stützpunkt Graz: Von dort aus ist man im Vorjahr zu 1.024 Einsätzen abgehoben, von denen viele die GKK nicht rückvergütet hat. Nur in Niederöblarn steht der Betrieb auf solideren Beinen, da der Großteil der Kosten (bei Ski-, Wander- oder Kletterunfällen) von privaten Versicherungsanstalten abgedeckt wird. 

"Wir brauchen eine Lösung, sonst sieht's traurig aus", appelliert Kraxner. 

Daten und Fakten

  • Im Vorjahr hoben die Grazer ÖAMTC-Flugretter zu 1.024 Einsätzen (30 Prozent internistisch, 14 Prozent Verkehrsunfälle, 10 Prozent Sport) ab. In Niederöblarn wurde der Christophorus-12-Helikopter 708 Mal (40 Prozent Sport- und Freizeitunfälle, 22 Prozent internistisch, 6 Prozent Verkehrsunfälle) alarmiert. 
  • Krankenkassen bezahlen nur bei schweren Verletzungen, genannt NACA 3 (für den Verletzungsgrad gibt es ein siebenstufiges NACA-Schema). 
  • Ein Patient muss die Versorgungskosten nur selbst tragen, wenn der Einsatzort verkehrstechnisch sehr schwer erreichbar ist (Berg).

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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