Ingrid S. ist 44 Jahre alt, alleinstehend, Hausfrau und Mutter von drei Kindern. Seit die Preise für Essen und Wohnen explodiert sind, sind Luxusartikel gestrichen: "Wie soll ich mir die mit meinen 900 Euro im Monat denn leisten?" Ihrem Sohn schneidet sie selbst die Haare, weil der Frisör zu viel kostet, die Grundnahrungsmittel holt sie im Vinzi-Markt in Graz-Eggenberg. "Dort gibt es das Brot geschenkt und auch sonst beste Ware zu einem Spottpreis. Wenn es diesen Sozialmarkt nicht gäbe, könnte ich meine Kinder nicht ernähren!"
Der Grazer Koch Wolfgang B. (42) zählt ebenfalls zu den 3.500 Kunden des Billig-Ladens. "Ich komme her, weil die Lebensmittel in anderen Geschäften zu teuer sind. Hier gibt's sogar Obst, Kaffee und Eis."
30 Prozent günstiger
Auch vor anderen Sozialshops werden die Warteschlangen täglich länger. Im "Einer-für-alle-Markt" in Kapfenberg kann seit kurzem mit einer Chipkarte um 30 Prozent günstiger eingekauft werden; weitere Gemeinden sind an einem derartigen Nahversorger interessiert. Schließlich bringt die Preisexplosion viele Menschen in Existenznöte: 4.100 Sozialhilfeempfänger gibt es in unserem Bundesland, Tausende Mindestpensionisten noch gar nicht dazugerechnet...
von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
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