Herberstein-Prozess

Richterin befragt die letzten Zeugen

Steiermark
29.05.2008 16:34
Als vorerst letzte Zeugen im Herberstein-Prozess hat Richterin Elisabeth Juschitz am Mittwoch am Grazer Straflandesgericht Finanz- und Landesbeamte sowie den Herberstein-Förster befragt. Im Zentrum des Interesses stand der Weg des ehemaligen Gutsverwalters Heinz Boxan zur Selbstanzeige, die die Sache ins Rollen brachte. Die Verhandlung geht nun bis Mitte Juni in eine Pause.

Mit der Einvernahme des Leiters der Landesabteilung für Wohnbauförderung wurde die Verhandlung begonnen. Der Zeuge erklärte, dass in seiner Abteilung nicht bekannt gewesen sei, dass der Tierpark auch bei anderen Abteilungen für gleiche Projekte um Förderungen angesucht und auch bewilligt bekommen hatte. Erst später deckte man auf, dass manche Ansuchen zu 115 Prozent ausbezahlt wurden, so der Abteilungsleiter. Bei der Wohnbauförderung seien jedenfalls maximal 20 Prozent der Gesamtkosten zu holen.

Zeuge: "Wir sind ja nicht am Bazar"
Wenn manipulierte Rechnungen bei den Ansuchen gefunden würden, so werde die komplette Förderung umgehend zurückgezogen. "In solchen Fällen führe ich auch keine Gespräche mehr. Wir sind ja nicht am Bazar," so der Zeuge.

Steuerfahnder schildert Ermittlungen
Während ein Steuerfahnder die ersten aufdeckenden Gespräche mit Heinz Boxan sowie die Ermittlungen schilderte, bezifferte der Herberstein-Förster den Wert des rund 200 Hektar großen Waldes: Rund eineinhalb Euro sei pro Quadratmeter zu erzielen. Bei der momentan schwierigen Marktlage könnte es aber weit weniger sein, sofern man einen Sofortverkauf anstrebe, erklärte der Förster Richterin Juschitz.

Urteil eventuell im Juni
Nachdem die letzten Zeugen befragt wurden, gibt es nun eine Pause in dem Prozessgeschehen. Der Sachverständige Fritz Kleiner wird aufgrund der bisherigen Verfahrensergebnisse sein Gutachten überarbeiten. Mit einer Fortsetzung des Verfahrens ist laut Richterin frühestens in zwei Wochen zu rechnen. Dann wird Kleiner sein Gutachten erörtern, anschließend erfolgen die Schlussplädoyers. Ein Urteil könnte noch im Juni erfolgen.

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