Do, 23. November 2017

Brisante Zahlen

12.11.2017 14:09

Pro Monat mehr als 30 Sex-Attacken in Tirol

Kein Tag ohne Sex-Straftat in Tirol! Wie aus einer Statistik des Innenministeriums hervorgeht, wurden hierzulande im ersten Halbjahr insgesamt 201 derartige Delikte zur Anzeige gebracht - fast 45 Prozent davon in Innsbruck. Die wenigsten Coups gab es hingegen im Bezirk Reutte mit vier an der Zahl. Brisantes Detail: In 29 Fällen hatten es die Ermittler mit einer Vergewaltigung zu tun!

Dienstag Abend, mitten in Innsbruck: Eine 55-Jährige wird direkt vor ihrer Haustür von einem unbekannten Mann gepackt, sexuell belästigt und geschlagen. Das Opfer kann den Täter durch Gegenwehr und Schreie in die Flucht treiben, es kommt mit dem Schrecken davon.

Sexuelle Übergriffe wie in diesem Fall gibt es in Tirol leider zuhauf - die wenigsten werden jedoch bekannt. Die der "Krone" vorliegende Statistik des Innenministeriums zeigt nun, wie es hierzulande tatsächlich aussieht:

  • Alles in allem wurden im ersten heurigen Halbjahr in Tirol 201 Sex-Straftaten angezeigt - das sind im Schnitt 33,5 Delikte pro Monat. Die meisten Sex-Coups (90 bzw. 44,8 Prozent) ereigneten sich in der Landeshauptstadt, gefolgt von den Bezirken Innsbruck-Land (32), Kufstein (20) und Schwaz (16). Die wenigsten Sexualdelikte gab es im Außerfern mit vier (siehe auch Grafik). Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr wurden in Tirol 475 Sextaten verzeichnet, damals ein deutlicher Anstieg von 51 Prozent!
  • Zurück zu den Halbjahres-Zahlen: Ein Großteil der Anzeigen (88) sind der Rubrik "Sexuelle Belästigung und öffentlich geschlechtliche Handlungen" zuzuordnen. Auch hier hat Innsbruck mit 46 Fällen (52 Prozent) die Nase klar vorn. Keinen einzigen derartigen Coup gab es in Osttirol.

29 Vergewaltigungen

  • So gut wie nie ans Tageslicht kommen Vergewaltigungen. Wer glaubt, dass es zu solchen in Tirol nicht kommt, der irrt gewaltig. In den ersten sechs Monaten wurden heuer 29 Vergewaltigungs-Fälle bei der Polizei angezeigt. 16 davon in Innsbruck, fünf im Bezirk Innsbruck-Land, vier im Bezirk Kufstein, zwei im Bezirk Kitzbühel sowie je einer in den Bezirken Landeck und Schwaz. 2016 waren es tirolweit 80 Fälle! Das heißt: Im Vorjahr war im Schnitt alle vier Tage ein Vergewaltiger aktiv. Die Dunkelziffer dürfte, wie auch bei allen anderen Delikten, höher sein.

Viele unmündige Opfer

  • Äußerst brisant ist auch die Zahl der unmündigen Opfer. Insgesamt gab es 24 Fälle wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen. Davon wurden elf als "schwer" eingestuft.
  • Dass Kinder und Jugendliche auch in Tirol nicht selten im Fokus von Pädophilen sind, zeigen die Daten in der Kategorie "Pornographische Darstellung von Minderjährigen": Hier gab es 24 Fälle, die meisten in den Bezirken Innsbruck-Land (8) und Schwaz (5).
  • Auch wehrlose oder psychisch beeinträchtige Personen wurden zu Opfern: Sieben Anzeigen!

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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