Di, 24. April 2018

Feuer gelegt

23.01.2018 07:58

Trafikräuber wollte sein Opfer verbrennen lassen

Erst vor zwei Monaten wurde in ihrem Stüberl eingebrochen, jetzt suchte ein brutaler Räuber die Trafik von Sonja Hödl in der Münchner Bundesstraße direkt vor dem Grenzübergang nach Freilassing in Salzburg heim. Er schlug Montagfrüh gegen 7 Uhr brutal von hinten auf eine Angestellte ein, knackte dann die Kasse und legte Feuer.

Es war ein teuflischer Plan eines gewissenlosen Verbrechers: Sandra H. (32), eine Angestellte von Trafikantin Sonja Hödl (57), kam am Montag schon am frühen Morgen ins Geschäft. Sie sortierte Zeitungen ein, öffnete den Tresor und legte Wechselgeld in die Kassa. Als sie dann zur Tür ging, um Punkt 7 Uhr aufzusperren, schlug ihr plötzlich ein Unbekannter von hinten mit einem Knüppel auf den Kopf. Die Frau fiel bewusstlos zu Boden.

Feuer gelegt, um Spuren zu verwischen
Der Unbekannte zwängte die Kassa auf und raffte sämtliches Bargeld, das er fand – die Tageslosungen von Freitag und Samstag – an sich. Dann nahm er den Tod seines wehrlosen Opfers in Kauf: Er zündete den Mülleimer an und flüchtete. Der Mann hatte offenbar nicht nur seine Spuren verwischen wollen, auch die mögliche Zeugin sollte wohl beseitigt werden. Sandra H. kam nach wenigen Minuten wieder zu Bewusstsein, da war ein Holzkästchen bereits versengt. Das Feuer breitete sich gerade in Richtung der Zeitschriften aus. Die Frau versuchte zu löschen, brachte sich in Sicherheit und schlug Alarm. Sie wurde ins Spital gebracht.

Trafikantin Sonja Hödl musste auf die Spurensicherung warten. Dann eilte sie zu ihrer Angestellten. Tochter Sabine Hödl (34) und Angelika Zelzer kümmerten sich in der Folge um die Trafik. Nachdem die Einsatzkräfte weg waren, ging es ans Aufräumen. "Das verkohlte Kastl muss raus. Am Boden liegen zum Teil verlorene Geldscheine herum. Der Täter hat hier gewütet. Er war auch im Lager. Wie es ausschaut, hat er keine Zigaretten gestohlen. Die kann er sich ja mit dem erbeuteten Geld kaufen", meint Sabine Hödl zynisch.

Kamera funktionierte seltsamerweise nicht
Sandra H. hat Verletzungen am Hinterkopf und im Gesicht erlitten. Sie muss noch bis Dienstag im Krankenhaus bleiben. "Natürlich hat sie auch einen schweren Schock. Wir werden sie auf jeden Fall unterstützen, damit sie wieder auf die Beine kommt", versichern Mutter und Tochter Hödl. Nun wird über weitere Sicherheitsmaßnahmen nachgedacht. "Wir haben zwar eine Kamera, die hat aber nicht funktioniert. Vergittert ist bei uns auch schon alles", sagt Sabine Hödl.

Die Polizei untersucht die Kamera - seltsam, dass sie ausgerechnet Montagfrüh nicht funktionierte. Techniker untersuchen, ob die Anlage vor dem Überfall vielleicht manipuliert wurde.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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