Di, 21. November 2017

Enorme Nachfrage

14.09.2009 13:58

Salzburg will Vorreiterrolle bei Elektroautos

Salzburg setzt seit einigen Monaten auf Elektromobilität. "Andere warten auf die globale Lösung, wir sammeln seit April 2009 Erfahrungen", sagte der Vorstand der Salzburg AG, August Hirschbichler (links im Bild), am Montag in Wien. Bis Jahresende sollen in der Festspielstadt 20 Ladestationen in Betrieb sein. Als Endkunde ist man ab 29 Euro pro Monat elektrisch mobil. Zur Verfügung stehen derzeit E-Bikes, E-Scooter sowie Segways. Die Nachfrage sei "enorm". In weiterer Zukunft sollen auch Autos ins Programm aufgenommen werden.

75 Prozent der Fahrten könnten schon heute mit Elektromobilität getätigt werden. Für die Urlaubsfahrt seien die Elektroautos mangels Reichweite und Ladestationen noch nicht so geeignet. Für diesen Anlass, der ja nicht Standard sei, könnte der Kunde einfach ein herkömmliches Auto mieten, lautet die Empfehlung.

Linz und Augsburg ziehen nach
Was in Salzburg seit einigen Monaten als Pilotprojekt auf Schiene ist, hat bereits zwei weitere Städte mobilisiert - Linz und Augsburg (Bayern). Know-how-Geber ist The Mobility House, eine Kooperation zwischen der Salzburg AG, der Raiffeisen-Leasing sowie des Beratungsunternehmens The Advisory House (rechts im Bild: Geschäftsführer Thomas Raffeiner).

Bereits 100 Kunden unter Vertrag
An die 100 Kunden hat die Salzburg AG als Mobilitätsdienstleister den Angaben zufolge bereits unter Vertrag - darunter öffentliche Einrichtungen der Stadt und des Landes Salzburgs, große Verkaufsketten wie das Möbelhaus Ikea, Gewerbekunden wie Banken und Wohnbaugesellschaften, Hotel- und Gastronomiebetriebe sowie Bildungseinrichtungen, die ihren Mitarbeitern beziehungsweise Gästen Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen, aber seit August auch Private.

Kurzstrecken zum Einstieg
Sobald Elektroautos in Serie erhältlich sind, werden sie ins Angebot mitaufgenommen. Die Konsumenten sollen in einem ersten Schritt für Elektromobilität auf Kurzstrecken gewonnen werden. Bei E-Rollern und Segways sei das Echo sehr gut, die Autos müssen sich erst in der Zukunft durchsetzen: "Ich kann niemanden aus einem Audi A6 hinauslocken in eine Blechbüchse", räumte der Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing Peter Engert (im Bild in der Mitte) ein.

Ökostromgesetz unumgänglich
"Nach 150 Jahren fossiler Energie endet das Ganze nach einiger Zeit mit der Elektromobilität", ist der Leasing-Chef überzeugt. Diese Entwicklung sei nicht aufzuhalten. Es werde nicht mehr möglich sein, dass es in Österreich kein Ökostromgesetz gibt, das Investoren nicht ermutigt in grüne Energie zu investieren. "Wir werden uns lange darüber streiten, woher der Strom kommt", so Engert.

Mehr erneuerbare Energien
Der Energiebedarf für die E-Fahrzeuge kann (derzeit) aus Windkraft- und Solaranlagen abgedeckt werden. Im Betrieb sind die Gefährte zu 100 Prozent emissionsfrei. Der Strom kommt aus erneuerbaren Energien, also Kleinwasserkraft, Windkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Biogas. Erneuerbare Energie (inklusive Wasserkraft) deckt in Österreich erst mehr als 60 Prozent des Strombedarfs. Doch in Deutschland etwa würde eine Million Elektrofahrzeuge den Strombedarf um nur 0,3 Prozent erhöhen, betonte The Mobility House unter Berufung auf eine Studie.
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