Das freie Wort

Benko-Pleite

Es ist der größte Wirtschaftsskandal der Zweiten Republik. Jetzt beginnt die Suche nach den Schuldigen, und es gilt zu klären, wie es so weit kommen konnte. Hauptverantwortlich in erster Linie ist natürlich Benko selbst. Sein System, mit großteils fremdem Kapital und geldgierigen Investoren einen Immo-Konzern in dieser Größenordnung zu schaffen, ist krachend zusammengestürzt. Dass so etwas nicht von heute auf morgen geschieht, liegt auf der Hand. Es stellt sich die Frage: Wer hat was und wann gewusst? Warum wurde eisern geschwiegen? Wo blieb die Kontrolle der Bilanzen? Da ja auch Banken involviert sind, muss sich auch die FMA den Vorwurf gefallen lassen, hier nicht mit der nötigen Sorgfalt vorgegangen zu sein. Und was ist mit dem Aufsichtsrat? Es ist die ureigenste Aufgabe eines Aufsichtsrates die Bilanzen, Finanzen usw. innerhalb des Konzerns zu hinterfragen, und bei Ungereimtheiten dementsprechend zu reagieren. Eine weitere Frage wird sein, welche Aufgaben hatte eigentlich der Beirat? Fest steht, dass zahlreiche Ex-Politiker, allen voran Gusenbauer, Kurz, Riess-Hahn, prächtig abgecasht haben. Wurden sie alle mit Benkos Millionen ruhiggestellt? Sollte hier ein strafrechtlicher Aspekt nachgewiesen werden können, was bei diesen Herrschaften eher schwierig sein wird, müssten sie zur Verantwortung gezogen werden und die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Denn diese Pleite ist alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Herbert Platzer, Graz

Erschienen am Mo, 4.12.2023

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