Das freie Wort

Zum Thema Wolf

Kürzlich widmete sich eine spannende und höchst informative „Dok 1“-Sendung der emotional aufgeladenen Thematik „Wölfe“. Es gibt derzeit mit Ausnahme von Corona wohl kaum ein Thema, das die Gesellschaft so spaltet wie die Diskussion über den Wolf. Wer aber mit betroffenen Almbauern spricht und ihre große Verzweiflung erlebt, kann ihren Standpunkt absolut nachvollziehen, dass der Wolf einfach nicht in unsere Kulturlandschaft hineinpasst. Die Almbesitzer sollen einerseits ihren Grund und Boden zur Verfügung stellen, und andererseits wird von ihnen die vielfach völlig unrealistische Einzäunung der Almen als Herdenschutz verlangt. Wenn man die Situation vor Ort und im oft schwierigen Gelände kennt, weiß man, dass ein solcher Vorschlag meist im Reich der Utopie anzusiedeln ist. Die Arbeit für Almbesitzer ist ohnehin schon schwierig genug. Immer wieder treten „Problemwölfe“ auf, reißen Nutztiere und richten so großen Schaden an. Wölfe daher nicht schnellstens zum Abschuss freizugeben ist meiner Ansicht nach falsch verstandener Tierschutz. Warum sich Brüssel für diese Frage zuständig erklärt, ist für mich ein großes Rätsel. Im Vertrag von Maastricht ist das Subsidiaritätsprinzip verankert, das explizit besagt, dass Aufgaben möglichst von der kleinsten zuständigen Einheit übernommen werden sollen. Abschließend möchte ich mich beim „Dok 1“-Team rund um Lisa Gadenstätter herzlich für den interessanten Themenschwerpunkt und das spannende Format bedanken.

Ingo Fischer, Lavamünd

Erschienen am Sa, 2.10.2021

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