Möbel restaurieren

Aufgemöbelte Einzelstücke

Wohnkrone News
07.12.2007 15:07
Lust auf neue Möbel, aber das Geld ist knapp? Die gute Nachricht: Schöne Möbel müssen nicht immer neu sein, und Altes in jeder Variation und Form ist beliebter denn je zuvor. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und Fantasie lassen sich auch aus den ältesten Kommoden, Truhen und Stühlen sehr persönliche und auffallende Stücke der Marke „Eigen-Design“ schaffen.

Ein Gang über den Flohmarkt oder das Stöbern auf Dachböden oder in Omas Keller bringt oft wahre Schätze zutage. Allerdings meist erst auf den zweiten Blick. Denn viele alte Möbelstücke sehen arg ramponiert und unansehnlich aus. Wichtig ist es daher, in einem ersten Schritt die „verborgenen Qualitäten“ des ins Auge gefassten Stückes zu entdecken. Dazu zählen vor allem das Grunddesign, die Linienführung, der Aufbau des Möbels sowie Beschaffenheit und Qualität des Holzes. Es lohnt sich aber auch, auf verstaubte Kleinigkeiten – wie etwa versteckte Verzierungen, alte Beschläge oder Schlösser - zu achten. Vor allem Tische und Kommoden lassen sich gut nach eigenen Vorstellungen bearbeiten und so zum echten Blickfang machen.

Vorsicht ist aber bei sehr antiken und wertvollen Möbeln geboten. Da sollte man doch lieber den Gang zum Fachmann antreten, denn laienhafte Bearbeitung kann das gute Stück dauerhaft und vor allem irreparabel beschädigen. Ein Restaurator erhält das Möbelstück so weit wie möglich in seinem ursprünglichen Zustand. Dabei ist vor allem die Patina wichtig und gewollt.

Mit Holz arbeiten
Holz nimmt Feuchtigkeit schnell auf, gibt sie aber nur langsam wieder ab. Für die Verarbeitung ist daher eine Holzfeuchtigkeit von ca. 12 Prozent günstig. Nasses Holz darf niemals in die Sonne gestellt werden, da es sonst reißt. Ist das Holz nicht ausreichend getrocknet, nimmt es Beize oder Lacke nicht gut auf und zusätzlich fallen die Beiztöne heller aus als gewünscht.  Grundsätzlich soll die Arbeitstemperatur bei Holzarbeiten nicht unter 18 Grad liegen und die Luftfeuchtigkeit nicht über 65 Prozent. Vorsicht: Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann dies bei schnell trocknenden Lacken zu einem Grauschleier auf den lackierten Flächen führen. 

Erst die Arbeit, dann die kreative Gestaltung
Holz lässt sich sehr gut bearbeiten und auch farblich gestalten. Bevor es aber so weit ist, müssen stets die erforderlichen Ausbesserungsarbeiten durchgeführt und die alten  Lack- und Wachsschichten, in denen sich der Schmutz der Jahre angesammelt hat, entfernt werden.

Beim Ausbessern von Schäden wird häufig weiße Spachtelmasse verwendet, diese dann entfernt und zuletzt mit Holzkitt, der in allen Farbtönen erhältlich ist, verkittet. Bei der Wahl der Farbtöne des Holzkitts ist allerdings zu bedenken, dass sich die Bezeichnungen nach dem frischen Holz richten und man daher bei älteren Stücken besser einen tieferen Farbton wählt (z.B. bei abgelaugter Fichte oder Tanne: Teak).

Tipp: Kleinere Risse oder Löcher kann man auch mit einer Mischung von Schleifstaub und Lack gut verschließen.

Für das Entfernen der alten Wachs- und Lackschichten gibt es mehrere Techniken: Ablaugen und Abbeizen sind allerdings Verfahren, die man am besten vom Fachmann durchführen lässt, da man hier mit gefährlichen Chemikalien arbeiten muss. Zusätzlich sind auch nicht alle Holzarten für diese Methode geeignet: So soll man z.B. Hartholzmöbel und Obsthölzer nicht ablaugen, da die Lauge das Holz verfärbt – es wird grau und unansehnlich.

Geeignete Methode für den geschickten Heimwerker ist daher das Schleifen. Gut erhaltene Weichholzmöbel können so nach dem etwaigen Ablaugen durch den Fachmann auch vom Laien selbst weiter bearbeitet werden. Dabei werden im Regelfall mehrere Stärken von Schleifpapier eingesetzt. Tipp: Das Schleifpapier muss während der Arbeitsgänge scharf sein, da sonst die Fasern nicht abgeschliffen, sondern lediglich niedergedrückt werden. Die Fasern richten sich dann beim Beizen, Tönen und Grundieren wieder auf und eine unsaubere Oberfläche ist das unerwünschte Resultat. Je feiner der Endschliff – desto schöner dann die Oberfläche.

Das ganz persönliche Möbeldesign
Im Anschluss wird das Holz dann mit speziellen Ölen und Wachsen behandelt – eine ausführliche Beratung im Fachgeschäft lohnt sich hier. Bei Gebrauchsmöbeln empfiehlt sich eine zusätzliche Lackschicht, damit kein Schmutz in das Holz eindringen kann.

Bei der Farbgestaltung kann man dann – endlich! - seiner Kreativität freien Lauf lassen. Farbige Lacke auf Tischen und Kommoden werden am besten auf einer weißen Grundierung aufgetragen – so entfalten die Farben ihre volle Leuchtkraft. Die Sitzflächen alter Stühle lassen sich leicht neu beziehen: Den nach persönlichem Geschmack ausgewählten neuen Stoff einfach über die Polsterung spannen und mit einem Tacker auf der Rückseite befestigen. Gut eignen sich dafür Stoffe mit großen und auffälligen Mustern. Wer es besonders farbenprächtig liebt, kann dann noch die Gestelle mit passenden bunten Farben lackieren.

Und noch einige Tipps:

  • Allgemein: Alte Möbel herrichten macht Spaß und kann sich zu einem Hobby entwickeln. Wen das also interessiert, der findet eine Reihe von praktischen Handbüchern zu diesen Themen. Auch bieten manche Heimwerker-Märkte immer wieder einmal Kurse dafür an. 
  • Farbenprächtige Ergebnisse: Bei der Farbgestaltung können auch zusätzliche Muster mit Hilfe von Schablonen-, Folien- oder Schwammtechnik auf das Holz gezaubert werden. 
  • Blitzblank: Beschläge und rostige Eisenteile werden wieder blank, wenn man sie über Nacht in konzentriertes Essigwasser legt und anschließend mit einer Stahlwolle oder Messingbürste bearbeitet. 
  • Nägel: Mit einer Zange abknipsen, so dass die Spitze stumpf ist und das Holz nicht reißt (besonders schmale und dünne Holzteile!) 
  • Schubladen: An den Führungen und Schubladenunterkanten mit trockener Seife einreiben, damit sie wieder leicht gängig werden. 
  • Schlösser: Abschrauben und mit Öl oder Antik-Wachs einfetten, so werden sie ebenfalls wieder gut gängig. 
  • Zierteile aus Hartholz: Lassen sich mit einer Kupferbürste gut blank putzen.
Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Wohnkrone News
07.12.2007 15:07
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt