Mo, 24. September 2018

A. Nossberger Hütte

06.09.2017 15:23

Hüttenwirt mit Leib und Seele

Christian Krüger ist ein leidenschaftlicher Koch, der das Leben und Arbeiten in der Bergwelt dem stressigen Job in Österreichs Spitzen-Gastronomie vorgezogen hat. Die Adolf Nossberger Hütte findet sich in 2488 Meter am Ufer des türkisblauen Großen Gradensees im Herzen der Schobergruppe im Nationalpark Hohe Tauern und ist in den Sommermonaten der Arbeitsplatz von Christian Krüger und seinen beiden Mitarbeitern Pepi und Uschi.

Seit fünf Jahren bewirtschaftet der 36-Jährige die Schutzhütte, sorgt für das kulinarische Wohl seiner Gäste, kümmert sich auch um deren Wehwehchen, gibt Ratschläge für Touren, sorgt für Unterhaltung und hat immer ein offenes Ohr.

"Eigentlich habe ich Gärtner gelernt", verrät Krüger, der in München aufgewachsen ist und vor 17 Jahren nach Lienz kam: "Danach habe ich mit der Ausbildung zum Koch begonnen und in einer großen Küche gejobbt." Doch der Stress, der Druck, war groß. Und als mein Chef ein Burnout erlitt, war für mich klar, dass es nicht das ist, was ich möchte. Als mich dann mein Freund Harry Lucca, der Hüttenwirt der Hochschoberhütte, fragte, ob ich es nicht auch versuchen möchte, war die Entscheidung für mich gefallen." Kurz darauf bewarb sich Krüger beim Alpenverein Edelweiß und erhielt den Zuschlag.

Dreieinhalb Monate verbringt Christian jedes Jahr mitten in den Bergen. "Einmal pro Woche packe ich meinen Rucksack, um frische Lebensmittel im Tal einzukaufen." Das Leben als Hüttenwirt ist alles andere als rosig: "Ich arbeite in drei Monaten so viel, wie andere in einem Jahr", erzählt er, doch für ihn, wie auch viele andere Schutzhütten-Wirte in Kärntens und Osttirols Bergen, gibt es nichts Schöneres. "Für mich ist es der schönste Arbeitsplatz der Welt!"

Dabei beginnt der Tag früh: Ich muss das Frühstück für die Wanderer, die auf der Hütte geschlafen haben, zubereiten und danach beginne ich bereits mit dem Brotbacken", erzählt Krüger. Erst wenn die Wanderer weiter gezogen sind und die Hütte wieder geputzt ist, können Christian, Pepi und Uschi kurz durchschnaufen. Dann ab 11 Uhr früh kommen bereits die ersten Tagesgäste vorbei, die vereinzelt ins wunderschöne Gradental in den Hohen Tauern aufsteigen. Und auch diese genießen das kulinarische Angebot, das Krüger mit einer erlesenen Auswahl an Österreichischen Rot- und Weißweinen abrundet.

Der größte Feind der Hüttenwirte ist jedoch das Schlechtwetter: "Wenn die App am Smartphone Blitz und Donner meldet, dann geht heute niemand in die Berge, auch wenn’s den ganzen Tag schön ist und nur am Abend eine kurze Störung durchzieht", sagt Christian. Langweilig wird dem Hüttentrio dennoch nicht, denn zu tun gibt es auf der 1931 errichteten Hütte genug. "Heuer haben wir eine Terrasse dazugebaut", so Krüger stolz. Eine weitere Attraktion der Nossberger Hütte ist ein mit Holz befeuertes, im Freien stehendes finnisches Badefass. Mutige können sich auch im Gradensee erfrischen oder mit einem Kanu fahren. Die Nossberger Hütte ist bis 22. September geöffnet.

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