Mo, 18. Juni 2018

Hitler verharmlost

02.09.2017 12:37

Japan: Minister sorgt mit Nazi-Sager für Eklat

Der japanische Finanzminister Taro Aso hat mit Bemerkungen über Adolf Hitler für internationale Empörung gesorgt. Er ließ mit der Äußerung aufhorchen, dass die Absichten des NS-Diktators "richtig" gewesen wären, und relativiert damit die Verbrechen des grausamen deutschen Machthabers. Der asiatische Politiker hat offenbar nichts aus den Fehlern seiner eigenen Vergangenheit gelernt - erst vor ein paar Jahren war Asos ein ähnlicher Fehltritt passiert.

Vor Mitgliedern der Parlamentsfraktion seiner Liberaldemokratischen Partei sagte der Vizeministerpräsident der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge: "Ich hinterfrage Ihre Motive nicht, warum Sie Politiker sind. Doch auf die Ergebnisse kommt es an. Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, war nicht gut, auch wenn seine Absichten richtig waren."

Die in den USA beheimatete, jüdische Nichtregierungsorganisation Simon Wiesenthal Center äußerte "Schmerz und Enttäuschung" über die Bemerkungen Asos. Dieser bedauerte seine Äußerungen am Mittwoch und nannte sie unangemessen. Er habe nicht die Absicht gehabt, den Nazi-Herrscher zu verteidigen.

Minister will von Hitlers Taktik lernen
Taro war bereits 2013 mit einer Äußerung über den Aufstieg Hitlers aufgefallen, die als Lob für diesen interpretiert wurde. Als eine Verfassungsänderung durchgeführt werden sollte, sagte er dazu: "Die deutsche Weimarer Verfassung wurde, ohne dass dies auffiel, durch die Verfassung Nazideutschlands ersetzt. Warum lernen wir nicht von ihrer Taktik?"

Auch ein führender japanischer Währungshüter hatte heuer mit Anmerkungen zu Hitlers Wirtschaftspolitik Irritationen ausgelöst. Die Wirtschaftspolitik des Diktators sei "wunderbar" gewesen, auch wenn sie ihm schreckliche Dinge ermöglicht habe. Die Notenbank entschuldigte sich später für die Bemerkungen. Japan war mit Hitler-Deutschland verbündet.

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