29.07.2017 18:58 |

Weitwandern

Einmal rund um Kärnten

800 Kilometer und 48.000 Höhenmeter: 40 Tage dauert es, um Kärnten entlang seiner Landesgrenze zu umrunden. Ein St. Veiter hat sich diesen Wandertraum erfüllt.

Ich war zehn Jahre alt, als ich mit meinen Eltern einen Wanderer auf der Flattnitz traf, den wir für verrückt hielten, weil er dabei war, Kärnten zu umrunden", erzählt Ernst Kirchmayer, den die "Berg Krone" einen Tag vor seiner letzten Etappe auf der Feistritzer Alm traf. "Seither hat mich der Grenzweg interessiert und ständig hatte ich ihn im Hinterkopf", so der 32-Jährige, der beruflich viel im Ausland unterwegs war.

Als im Frühjahr ein Jobwechsel anstand und Kirchmayer plötzlich eineinhalb Monate Zeit hatte, war’s dann so weit: "Der richtige Zeitpunkt war da!" Gestartet ist der Bauleiter am 17. Mai in Thörl-Maglern. Es ging hinauf aufs Dreiländereck und entlang der Grenze zu Slowenien über die Karawanken sowie die Koralpe und Packalpe. Einsam war Kirchmayer dabei nie: "Wenn man allein unterwegs ist, ist man viel offener für Neues. Ich habe unterwegs viele Bekanntschaften gemacht und schöne Abende auf Hütten mit fremden Leuten verbracht."

Über die Saualpe führte die Route den 32-Jährigen über die Gurktaler Alpen in die Hohen Tauern. "Unterwegs ist mir mein Smartphone bei einem Gewitter abgesoffen. Zuerst habe ich mich geärgert, aber dann war ich richtig glücklich darüber, weil ab diesem Moment konnte ich ohne Mail- und Whatsapp-Nachrichten meine Wanderung erst richtig genießen. Außerdem hatte ich zur Sicherheit ein altes Ersatzhandy eingesteckt."

Besonders fasziniert hat den begeisterten Jäger auch die große Zahl an Wildtieren, die ihm auf seiner Wanderung begegneten. "Die meisten Gämsen sah ich auf der Koralpe, ich kam einem Rothirsch sehr nahe und konnte im Tauerntal und beim Wagenitzsee Steinböcke beobachten." Nach 37 Tagen hatte Kirchmayer seine Umrundung Kärntens abgehakt und war wieder in Thörl-Maglern zurück. "Ich habe so viel Neues erlebt, entdeckt und gesehen, was ich zuvor nicht kannte. Wir leben hier wahrlich in einem Paradies!"

Nur dreimal hat Kirchmayer seine Tour unterbrochen: "Einmal für den Geburtstag meiner Mutter, für eine Hochzeit sowie ein Vorstellungsgespräch. Jetzt freue ich mich aber auch wieder auf meine neue berufliche Herausforderung."

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