Mo, 10. Dezember 2018

ZAMG-Prognose

10.12.2015 19:52

Pasterze wird bis 2050 fast völlig verschwinden

Geht es nach der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), dann wird die Pasterze, Österreich größter Gletscher, bis zum Jahr 2050 fast vollkommen verschwunden sein. Alleine von Herbst 2014 bis Herbst 2015 ist der untere Bereich um bis zu zehn Meter dünner geworden. Das seien die höchsten Werte, seit die ZAMG 2004 mit den jährlichen Massenbilanzmessungen begann. Mit eine Ursache ist der heurige Rekordsommer.

"Über den gesamten Gletscher gemittelt, ging die Eisdicke innerhalb dieses Jahres um etwa 1,5 Meter zurück", sagte ZAMG-Gletscherforscher Bernhard Hynek. Die markante Gletscherzunge der Pasterze am Großglockner sei auch in diesem Jahr immer mehr zerfallen, was auch die zahlreichen Gletscherspalten und -brüche im unteren Bereich deutlich erkennen lassen, so der Wissenschaftler.

Eisdickenverlust von fünf Metern pro Jahr
Unter dem gegenwärtigen Klima wird die Gletscherzunge Hynek zufolge noch in diesem Jahrhundert überhaupt verschwinden. "Bei einer maximalen Eisdicke von derzeit rund 200 Metern und einem mittleren Eisdickenverlust von fünf Metern pro Jahr, ist zu erwarten, dass die Gletscherzunge der Pasterze schon bis zum Jahr 2050 fast vollkommen verschwunden sein wird", meinte der Glaciologe.

Vergleicht man die gegenwärtigen Änderungen der Eisdicke mit denen aus der Vergangenheit, so sticht die Beschleunigung der Gletscherschmelze an der gesamten Pasterze in den vergangenen beiden Jahrzehnten hervor. "Während die Pasterze im Zeitraum von 1969 bis 1998 im Mittel über die gesamte Fläche 0,65 Meter an Eisdicke verloren hat, war es zwischen 1998 und 2012 schon mehr als doppelt so viel: nämlich 1,41 Meter", sagte der ZAMG-Experte.

Rekordverdächtige Abschmelzraten in den Hohen Tauern
Überhaupt sind die Gletscher in den Hohen Tauern heuer extrem stark geschmolzen. "Die Abschmelzraten waren auf allen von uns vermessenen Gletschern in den Hohen Tauern im Bereich der Rekordwerte aus dem Jahr 2003", so Hynek.

Dabei hatte das Jahr 2015 für Österreichs Gletscher noch erfreulich begonnen. Im vergangenen Winter fiel im Bereich des Alpenhauptkammes um etwa zehn Prozent mehr Schnee als im vieljährigen Mittel. Aber Österreichs zweitwärmster Sommer der Messgeschichte, der auch der trockenste Sommer seit 1911 war, brachte Schnee und Eis dann extrem zum Schmelzen.

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