Mo, 18. Juni 2018

Nach Parlamentsvotum

03.12.2015 07:02

Britische Luftangriffe nun auch in Syrien

Das britische Parlament hat in der Nacht auf Donnerstag für eine Beteiligung Großbritanniens an den Luftangriffen auf die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien gestimmt. 397 Abgeordnete votierten für den Vorschlag der konservativen Regierung, 223 Abgeordnete dagegen. Wenig später griff die Royal Air Force bereits erste Ziele in Syrien an. Großbritannien bombardiert zusammen mit anderen Ländern bereits seit mehr als einem Jahr IS-Stellungen im Irak.

Premierminister David Cameron hatte die Abgeordneten vor der nächtlichen Abstimmung zu einem Ja-Votum aufgerufen. "Wir sollten dem Aufruf unserer Verbündeten folgen", sagte er zu Beginn der Debatte. Der konservative Regierungschef konnte mit einer breiten Zustimmung rechnen, da die oppositionelle Labour-Partei für die Abstimmung den Fraktionszwang aufgehoben hatte.

"Der Einsatz, den wir vorschlagen, ist legal, er ist notwendig, und er ist das Richtige für die Sicherheit unseres Landes", sagte Cameron. Großbritannien sollte seiner "Verantwortung gerecht werden" und sich bei der eigenen Sicherheit nicht auf die anderen verlassen. Er wolle nicht vortäuschen, dass es einfache Antworten auf die Bedrohung durch die Dschihadisten gebe. Die Situation in Syrien sei "unglaublich komplex", ein Militäreinsatz könne nur "ein Teil der Antwort" sein.

Kritiker bemängeln fehlende Bodentruppen im Kampf gegen IS
Kritiker der Entscheidung in London gaben während der mehr als zehnstündigen Debatte vor allem zu bedenken, dass es keine ausreichend starken und zugleich moderaten Bodentruppen in Syrien gebe, die den IS bekämpften. Zudem bemängelten sie, dass es - wie schon im Irakkrieg - keinen überzeugenden Plan gebe, wie es politisch in dem Bürgerkriegsland weitergehen solle. Vor dem Parlament demonstrierten auch am späten Abend noch Hunderte Menschen gegen den Einsatz.

Cameron rief auch dazu auf, dem Vorbild Frankreichs, der Arabischen Liga und anderer Verbündeter zu folgen und für die Bezeichnung des IS die arabische Abkürzung Daesh zu nutzen. Die Dschihadisten dürften durch die Bezeichnung Islamischer Staat nicht aufgewertet werden. Das Akronym Daesh ist im Arabischen negativ besetzt, weil es ähnlich klingt wie das Wort Dahes (etwa: jemand, der Zwietracht sät).

Kurswechsel nach Pariser Anschlägen
Im Irak ist Großbritannien bereits an den Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt. Im August 2013 hatte das britische Parlament Cameron aber die Zustimmung für einen Militäreinsatz in Syrien verweigert. Die Pariser Anschläge vom 13. November, zu denen sich der IS bekannte, trugen nun zu einem Stimmungswandel in Großbritannien bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.