Fr, 21. September 2018

Datenschutz-Skandal

28.10.2014 16:32

Patientenakten von Tiroler Praxis im Müll entsorgt

Haufenweise Patientenakten, unzensiert und gespickt mit einer Reihe persönlicher Daten sind in Tirol fahrlässig im normalen Hausmüll entsorgt worden! Mit der datenschutzgerechten Entsorgung scheint man es in einer Tiroler Arztpraxis nicht sonderlich genau zu nehmen. Ein Nachbar stieß auf die brisanten Dokumente im Abfallraum...

Datenschutz ist wichtig, Datenschutz muss sein - das wird uns zumindest nahezu täglich von allen möglichen Seiten eingetrichtert. Weniger genau scheint man es mit diesen Grundsätzen in einer Arztpraxis im Tiroler Unterland zu nehmen. Dort landeten nämlich haufenweise Patientenakten im Müll. Ein Bewohner der Wohnanlage, in der auch die Ordination untergebracht ist, entdeckte die Akten im Abfallraum, der für alle Mieter frei zugänglich ist.

"Alles völlig unzensiert"
"Ultraschallbilder, Laborbefunde, Arztbriefe! Gespickt mit persönlichen Patientendaten wie Geburtsdatum, Adresse oder Versicherungsnummer. Alles völlig unzensiert", schildert ein Bekannter des Bewohners, der die Papiere entdeckte. Ungewöhnlich gelassen reagierte die betroffene Ärztin, als die "Krone" sie mit dem Fund konfrontierte: "Wahrscheinlich hat eine Assistentin die Akten irrtümlich im normalen Hausmüll entsorgt. Ich werde dafür sorgen, dass so etwas nicht mehr vorkommt."

Kein Kavaliersdelikt
Versehen hin oder her. Dass es sich dabei um kein Kavaliersdelikt handelt, bestätigt Tirols Ärztekammer-Direktor Günter Atzl: "Patientenakten aller Art unterliegen strengster Verschwiegenheitspflicht. Dies steht im Verfassungsrang und ist im Ärztegesetz verankert." In solchen Fällen könne einem Arzt auch ein Strafverfahren blühen. "Möglicherweise wird auch die Datenschutzbehörde tätig", so Atzl. Normalerweise müssen derartige Akten mindestens zehn Jahre aufbewahrt und dann datenschutzgerecht entsorgt werden.

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