„Krone“-TV-Kritik

Eine schreckliche nette Familie findet zusammen

Unterhaltung
18.03.2026 05:00

In der ORF-Premiere von „So haben wir dich nicht erzogen“ (heute, 20.15 Uhr, ORF 2) schockt eine Tochter ihre beiden Mütter mit Zukunftsplänen, die bislang kein Thema waren. Eine familiäre Culture-Clash-Komödie mit starker Besetzung, die sich aber allzu oft in ihren eigenen Klischees verirrt.

Im Villenviertel von Wien-Währing geht alles seinen gewohnten Gang. Balbina Augustin (Brigitte Hobmeier), eine verhinderte Schriftstellerin und Denkerin, gendert im geräumigen Arbeitszimmer die Bibel, während Partnerin Inka Schaller (Gerti Drassl) den Haushalt in Schuss hält und ihre wankelmütigen Launen erträgt. Dass der Alltag längst die Magie der Zweisamkeit übertüncht, schieben die beiden gerne von sich weg. Ihr ganzer Stolz ist Tochter Hedwig (Alina Schaller), das Produkt reiner Liebe und künstlicher Befruchtung.

Hedwig (Alina Schaller) und Andreas (Julian Pichler) haben große Pläne für die Zukunft.
Hedwig (Alina Schaller) und Andreas (Julian Pichler) haben große Pläne für die Zukunft.(Bild: Petro Domenigg)

Doch das Mädel ist flügge geworden und anders, als man es daheim gewohnt ist. Bei einem geplanten Mütterbesuch stellt sie, nicht wie gewohnt, eine Partnerin, sondern den kernigen Tiroler Andreas (Julian Pichler) vor. Einen Mann gab es in Hedwigs Leben überhaupt noch nie, dementsprechend überfordert reagieren auch die Erziehungsberechtigten.

Der Kampf der Kulturen ist unaufhaltbar und steigert sich ins Unermessliche, als plötzlich Andreas’ urige Eltern (Carmen Gratl, Roland Silbernagl) auftauchen und der knorrige und vom Damenpaar verachtete Beislwirt Toni (grandios wie immer: Wolfgang Böck) von nebenan äußerst gut mit dem jungen Grundwehrdiener aus dem „Heiligen Land“ kann. Und dann stellt sich auch noch die Frage, wer eigentlich Hedwigs biologischer Vater ist ...

Beislwirt Toni (Wolfgang Böck) eckt gerne mit den benachbarten Damen an – für den jungen Andreas ...
Beislwirt Toni (Wolfgang Böck) eckt gerne mit den benachbarten Damen an – für den jungen Andreas hat er aber einen „Sweet Spot“.(Bild: ORF/BR/Cult Film)

Das von ORF-Haus-und-Hof-Schreiber Uli Brée verfasste Drehbuch verknüpft äußerst skurrile Figuren mit klassischen Geschlechter- und Generationskonflikten, artet dabei aber zu oft in unglaubwürdigen Slapstick aus und tappst mit Feuereifer in jedes Klischee, das von „Wokeismus“ bis zur überspitzten Figurenzeichnung reicht. Das mag gut und gerne Absicht gewesen sein, etwas weniger wäre aber definitiv mehr gewesen ...

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