Lehrerausbildung fehlt

Politik macht sich für die Sonderschulen stark

Niederösterreich
29.01.2026 11:00
Porträt von Franziska Führer
Von Franziska Führer

Niederösterreichische Landeskoalition fordert Maßnahmen, um spezielle Bildungsstätten zu erhalten. Gefordert werden individuelle Unterstützung und eine spezifische Ausbildung für Sonderschulopädagogik. 

Nebel, Kälte, fehlender Durchblick: So beschreibt Helmut Fiedler, Bildungssprecher der FPÖ im Landtag, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch das österreichische Schulsystem. Einen klaren Schwerpunkt setzt er auf die Sonderpädagogik und den Erhalt der Sonderschulen. In Niederösterreich gibt es aktuell 86 Sonderschulklassen mit rund 2675 Schülern. Viele weitere Kinder mit Förderbedarf besuchen Integrationsklassen. „Oft laufen diese Kinder einfach im Regelschulbetrieb mit – das hilft niemandem“, so Fiedler. Der Landtagsabgeordnete warnt vor Überforderung von Kindern und Lehrkräften, wenn Inklusion ohne spezielle Lehrpläne, Kleingruppen und gezielte Betreuung umgesetzt wird. Fiedlers Vergleich: „Inklusion ohne Sonderpädagogik ist wie ein Haus ohne Fundament“.

FPÖ NÖ Bildungssprecher Helmut Fiedl forderte in einer Pressekonferenz am Mittwoch klare ...
FPÖ NÖ Bildungssprecher Helmut Fiedl forderte in einer Pressekonferenz am Mittwoch klare Maßnahmen.(Bild: FPÖ Niederösterreich)
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So inklusiv wie möglich und so spezialisiert wie notwendig. Entscheidend sind für uns das Kindeswohl und der tatsächliche Bedarf, nicht die Ideologien.

Helmut Fiedler, Bildungssprecher FPÖ NÖ 

 

Forderungen an den Bund
Als weiteres großes Problem sieht der Bildungssprecher die fehlende Ausbildung passender Pädagogen. Lehrer müssten ein breites Spektrum abdecken, um Kinder mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung oder Verhaltensproblemen unterstützen zu können. Weiters fordert die FPÖ die Erhaltung der Sonderschule als gleichwertige Option zur Regelschule. Eltern sollen die Wahlfreiheit haben, welche Ausbildung für ihr Kind am besten geeignet ist. Die FPÖ appelliert daher an den Bildungsminister, die Wiedereinführung eines eigenständigen Studiengangs „Sonderpädagogik“ zu veranlassen.

Auch die ÖVP und der NÖAAB unterstützen die Forderung nach Beibehaltung der Sonderschulen sowie nach passgenauen Lernangeboten für Kinder mit Förderbedarf. Anträge im Landtag sollen die Maßnahmen nun auf Bundesebene vorantreiben. „In der Sonderpädagogik darf kein Kind warten müssen.“, herrscht in der Landeskoalition Einigkeit.

Lebenshilfe NÖ kritisiert FPÖ-Pläne
Mit einem Statement wendet sich die Lebenshilfe Niederösterreich gegen die von der FPÖ geforderte Stärkung der Sonderschulen und den Ausbau der Sonderpädagogik. Statt separater Einrichtungen brauche es inklusive Bildung, ausreichend Unterstützungspersonal, barrierefreie Lernumgebungen und speziell ausgebildete Lehrkräfte. „Die beste Bildung für alle Kinder ist die gemeinsame Bildung, nicht die Sonderschule“, betont Friederike Pospischil, Präsidentin der Lebenshilfe Niederösterreich.
Herausforderungen wie Personalmangel oder fehlende Ressourcen dürften nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden – das Regelschulsystem müsse dringend besser ausgestattet werde, so Pospischil. 


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