Einsturzgefahr!

Teiche als trügerische, tödliche Fallen

Niederösterreich
19.01.2026 15:10
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Plötzlich hat man keinen Halt mehr – Natureis kann trügerisch sein, wer einbricht ist in Lebensgefahr. Die Feuerwehr übte nun den raschen Einsatz bei arktischen Temperaturen.

in Knacken, ein dumpfer Schlag. Plötzlich kein Halt mehr, das Eis bricht. Auf zugefrorenen Gewässern unterwegs zu sein, ist derzeit oft lebensgefährlich. Trügerisch wirkt das Natureis. Sekundenlang scheinbar stabil, im nächsten Moment eine tödliche Falle. Viele Teiche, Altarme und Seen sind zugefroren. Doch die kommenden Tage bringen laut Prognosen wechselnde Temperaturen. Nächtlicher Frost, tagsüber Plusgrade. Genau diese Schwankungen machen das Eis weich, brüchig und unberechenbar.

Einsturz kann lebensgefährlich sein
Am Silbersee hat die Feuerwehr Kritzendorf bei Klosterneuburg dieses Szenario geübt. Eine Eisrettung gilt als einer der gefährlichsten Einsätze. Für Verunglückte ebenso wie für Einsatzkräfte. „Das Eis wirkt sicher. In Wahrheit verliert es rasend schnell an Stärke“, warnt Kommandant Peter Dussmann. Besonders bei Tauwetter geschehe das oft innerhalb weniger Stunden.

Die Rettung im Eis muss geübt werden.
Die Rettung im Eis muss geübt werden.(Bild: Franz Resperger)

 

Ein Sturz in rund vier Grad kaltes Wasser bedeutet sofortige Lebensgefahr. Schockartig reagiert der Körper. Unkontrolliertes Atmen, Herzrasen, Panik. Innerhalb kürzester Zeit lässt die Muskelkraft nach. Bewegungen werden schwer, die Orientierung geht verloren. Ertrinken verläuft meist lautlos. Ohne Rufe. Ohne sichtbare Hilfszeichen.

Bei Unglücken auf Gewässern in Wien und Umgebung hebt automatisch auch der ÖAMTC-Rettungshubschrauber mit drei Profi-Tauchern der Wiener Berufsfeuerwehr ab. Die werden bereits voll ausgerüstet bei der Wache Leopoldstadt an Bord genommen. Direkt danach geht es zum Einsatzort. Unter Zeitdruck. Jede Minute zählt.

Natureis ist kein Spielplatz
Für Augenzeugen gilt absolute Vorsicht. „Nicht selbst aufs Eis“, mahnt Dussmann. Sofort Feuerwehr und Rettung wählen. Abstand halten. Vom sicheren Ufer aus helfen. Mit Ästen, Schals oder Jacken. Flach liegend. Jedes falsche Verhalten kann weitere Opfer fordern.

Die Feuerwehr arbeitet mit Leitern, Rettungsleinen, Eisrettungsgeräten und Booten. Gesichert und Zentimeter für Zentimeter. Mit einem Ziel. Den Menschen möglichst rasch aus der tödlichen Kälte zu holen. Der Appell ist klar. Natureis ist kein Spielplatz. Heute tragfähig, morgen tödlich.
von Franz Resperger

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