Egon Kapellari

Seelsorger und Philosoph feiert runden Geburtstag

Steiermark
01.01.2026 06:00

Am 12. Jänner 2026 begeht der emeritierte steirische Diözesanbischof Egon Kapellari seinen 90. Geburtstag. Der Steirer gilt als einer der profiliertesten Theologen Österreichs und ist Autor von mehr als 20 Büchern.

„Die Knie machen nicht mehr mit.“ – Chronische Schmerzen waren 2015 der Grund für den Rücktritt von Egon Kapellari als steirischer Diözesanbischof. Mittlerweile ist der emeritierte Kirchenchef auf den Rollstuhl als Fortbewegungsmittel angewiesen – doch sein Geist ist trotz des hohen Alters hellwach wie eh und je. Am 12. Jänner begeht Egon Kapellari im kleinen Kreis seinen 90. Geburtstag. Man möge von größeren Feierlichkeiten absehen, ließ er seine Vertrauten wissen; lediglich am Geburtstag selbst soll es einen Gottesdienst in der Kapelle des Priesterseminars geben.

Gewürdigt werden die Verdienste des 1936 geborenen Leobners freilich dennoch, gilt der Obersteirer doch als einer der anerkanntesten Theologen Österreichs. Seine publizistische Tätigkeit vor allem zu Fragen zwischen Kirche, Kunst, Politik und Wirtschaft umfasst mehr als 20 Bücher und machte ihn über die Grenzen des Landes hinaus bekannt: „Heilige Zeichen in Liturgie und Alltag“ wurde sogar ins Koreanische übersetzt. Seelsorger und Philosoph – Kapellari vereint beides.

Zur Person

  • Egon Kapellari wurde am 12. Jänner 1936 in Leoben geboren.
  • Er studierte Rechtswissenschaften in Graz, anschließend Theologie in Salzburg und Graz.
  • 1961 empfing der Obersteirer in Graz die Priesterweihe.
  • Kapellari war von 1982 bis 2001 Diözesanbischof von Gurk-Klagenfurt und von 2001 bis 2015 Diözesanbischof von Graz-Seckau.
  • Seit seinem Rücktritt 2015 lebt er bei den Elisabethinen in Graz.

Er prägte die katholische Kirche in Südösterreich
Die katholische Kirche im Süden Österreichs prägte Kapellari, der nach der Matura 1953 am Gymnasium Leoben Theologie und Rechtswissenschaften studierte und 1981 zum Bischof ernannt wurde, wie kein anderer. Fast zwei Jahrzehnte lang leitete er die Diözese Gurk-Klagenfurt und konnte 1988 etwa Pontifex Johannes Paul II. begrüßen. Danach wechselte er in sein Heimatbundesland Steiermark und fungierte dort 14 Jahre lang als Diözesanbischof. Höhepunkt war auch hier ein Papstbesuch – jener von Benedikt XVI. anno 2007 in Mariazell.

Egon Kapellari als Klagenfurter Bischof mit Jörg Haider (li.) bei Papst Johannes Paul II. in Rom
Egon Kapellari als Klagenfurter Bischof mit Jörg Haider (li.) bei Papst Johannes Paul II. in Rom(Bild: AP/ARTURO MARI)

Heute lebt der emeritierte Bischof in einer Wohnung der Elisabethinen in Graz und hat sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im steirischen „Sonntagsblatt“ (Ausgabe vom 4. Jänner) blickt der „elder churchman“ (Eigendefinition) nun zurück auf sein bewegtes Leben: „Ich sehe weltweit viel Positives, bin daher im Ganzen gelassen.“ Aus vielen Tätigkeiten und Begegnungen sei „eine reiche Lebensernte erwachsen, die auch in Zukunft weiterwachsen wird, wenn Gott es will“. Den neuen Papst Leo XIV. sieht Egon Kapellari, der weltgeschichtlich nach wie vor bestens informiert ist, übrigens als „wahres und besonderes Geschenk Gottes“.

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