Gesundheit spielt im Leben eines jeden Menschen eine entscheidende Rolle. Wenn jemand erkrankt oder auf Unterstützung angewiesen ist, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Gleichzeitig steigt der Pflegebedarf, weil Menschen älter werden und die medizinische Versorgung immer vielfältiger wird. Pflegeberufe gewinnen damit stark an Bedeutung.
Pflegeberufe sind ein unverzichtbarer Teil unserer Zukunft und weit mehr als nur ein Job. Denn sie bieten Sicherheit, Verantwortung und Nähe zu Menschen. Jede Handlung zählt und jede Entscheidung zeigt Wirkung. Genau darauf bereitet die Fachhochschule Kärnten vor: Sie bildet moderne Pflegeprofis aus, die den Beruf mit Herz und Köpfchen gestalten.
„Für Notfälle gerüstet“ – Interview mit Rudolf Janz über die Notfallausbildung der FH Kärnten
„Krone“: Herr Janz, warum ist die Ausbildung im Umgang mit Notfallsituationen an der FH Kärnten so wichtig?
Rudolf Janz, Fachhochschullehrer an der FH Kärnten: Pflegepersonen müssen in kritischen Situationen schnell und sicher handeln. Die FH Kärnten orientiert sich dabei an den aktuellen Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC). So werden Studierende von Beginn an nach international anerkannten und wissenschaftlich fundierten Standards ausgebildet. Die starke Ausrichtung auf Notfallkompetenzen basiert auf langjähriger Erfahrung im Bereich Simulation und praxisnaher Lehre.
„Krone“: Welche Inhalte werden vermittelt und was unterscheidet die FH Kärnten?
Janz: Die Ausbildung kombiniert theoretisches Wissen, praktische Übungen und realitätsnahe Simulationstrainings. Seit Oktober 2025 ist die FH Kärnten offizielles ERC-Kurszentrum. Dadurch können zertifizierte Notfallkurse auf höchstem europäischen Standard angeboten werden – ein klarer Qualitätsvorsprung.
„Krone“: Wie profitieren die Studierenden später davon?
Janz: Sie gewinnen Routine für strukturiertes Handeln im Ernstfall. Einsätze in den internen Notfallteams bei Veranstaltungen bieten wertvolle Praxiserfahrung, fördern Teamarbeit und schärfen die Sicherheit.
Praxisnahes Bachelorstudium
Im Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege lernen Studierende die fachlichen, medizinischen und rechtlichen Grundlagen des Berufs. Dazu kommen wichtige Kompetenzen wie Kommunikation, wissenschaftliches Arbeiten und Teamfähigkeit im Gesundheitswesen. Die Ausbildung findet zur Hälfte im echten Berufsalltag statt: Während der Praxisphasen sammeln die Studierenden Erfahrungen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und mobilen Diensten. So entsteht von Beginn an ein enger Bezug zur Praxis. Das Gelernte wird im Umgang mit Patienten angewendet und weiterentwickelt.
Besonders wichtig ist die neue Rolle des gehobenen Dienstes in der Pflege. Pflegekräfte übernehmen immer mehr Verantwortung und arbeiten eng mit anderen Gesundheitsberufen zusammen. Sie erkennen Bedürfnisse, begleiten Erkrankte und ihre Angehörigen und treffen fachliche Entscheidungen auf wissenschaftlicher Basis. Am Ende des Studiums tragen Absolventen den Titel Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Bachelor of Science inHealth Studies.
Stipendium ermöglicht den Einstieg
Damit der Einstieg gelingt, gibt es seit geraumer Zeit ein neues Stipendium der Privatstiftung Kärntner Sparkasse für Quereinsteiger. Pro Jahrgang werden dabei zehn Studierende finanziell unterstützt. Das hilft Menschen, die beruflich neu starten möchten und bisher keine Förderung erhalten konnten.
Für Stipendiat Stefan Kanduth, früher in der IT tätig, war die Entscheidung ein Neubeginn:
„Ich möchte nicht nur Systeme optimieren, sondern Menschen unterstützen. Mit der finanziellen Hilfe kann ich meinen Traum verwirklichen.“
Stefan Kanduth
Michaela Kawalar wechselte aus dem Büro in die Pflege:
„Erfahrungen wie die Begleitung meines Vaters haben mir gezeigt, wie wichtig Pflege ist. Jetzt kann ich mein Ziel verfolgen und mich spezialisieren.“
Michaela Kawalar
Auch Alina Hartwig startete sportlich in die Gesundheitsbranche:
„Ohne Unterstützung wäre es schwer gewesen. Jetzt kann ich mich voll auf meine Ausbildung konzentrieren.“
Alina Hartwig
Nach dem Bachelor stehen viele Spezialisierungen offen. Wer seine Kompetenzen weiter ausbauen möchte, kann an der FH Kärnten den neuen Masterstudiengang Advanced Nursing Practice in der Primärversorgung absolvieren. Dort geht es um moderne Pflege im direkten Lebensumfeld der Menschen – in Gemeinden, Familien und sozialen Einrichtungen. Absolventen stärken so die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und helfen, das Gesundheitssystem nachhaltig zu verbessern.
„Von Bachelor bis Doktorat“ – ein Interview mit Fakultätsleiter Holger Penz
„Krone“: Herr Penz, welche Schwerpunkte setzt die FH Kärnten derzeit im Bereich Gesundheit und Pflege?
Holger Penz, Fakultätsleiter: Die FH Kärnten baut ihr Ausbildungsangebot im Gesundheits- und Pflegebereich stark aus. Ziel ist ein durchgängiges Studienprogramm vom Bachelor bis zum Doktorat. Absolventinnen und Absolventen von Pflege, medizinisch-technischen Diensten oder Hebammen sollen direkt in spezialisierte Masterstudien starten können. Die Kosten entsprechen dabei den regulären Studiengebühren. Neu ist der Masterstudiengang Advanced Nursing Practice. Ab kommendem Jahr folgen weitere Programme, darunter Angewandte Telemedizin. Als Teil einer European University arbeitet die FH Kärnten außerdem an neuen PhD-Programmen.
„Krone“: Welche Bedeutung hat das Stipendium im dritten Ausbildungsjahr?
Penz: Das Stipendium ist ein wichtiger finanzieller Anreiz, besonders für Umsteiger.
„Krone“: Welche Herausforderungen und Zukunftschancen sehen Sie in der Pflege?
Penz: Der Personalbedarf ist hoch. Gleichzeitig wird das Berufsfeld vielfältiger und komplexer. Dadurch entstehen neue Karrierewege – bis hin zu Führungskräften. Die FH Kärnten bereitet gezielt darauf vor.
Für Berufsumsteiger über 30 Jahre sowie für Absolventen anderer Studiengänge, die ein Studium in der Gesundheits- und Krankenpflege starten.
Finanzielle Unterstützung in Höhe von 5000 Euro im ersten Studienjahr
Insgesamt 10 Stipendien pro Jahr
Inskription im Studium
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