Ungeklärte Gräueltat

Elf Tote und kein Mörder: Massaker bleibt Rätsel

Niederösterreich
11.11.2025 06:00

Erwachsene, Kinder und sogar ein Baby werden in St. Peter in der Au in Niederösterreich brutal ermordet. Doch von wem? Fast 80 Jahre danach ist der Fall – trotz vieler Mythen – noch immer ungelöst.

Er gilt als brutalster Mehrfachmord der Nachkriegszeit. Doch knapp 80 Jahre danach rätseln Ermittler wie Historiker, was sich in dieser Nacht am 24. Oktober 1947 am Pernleitenhof in St. Peter in der Au im Bezirk Amstetten ereignet hatte. Denn wer das Massaker verursacht hat, ist nach wie vor ungeklärt. Doch Verdächtige gab und gibt es viele.

Fakt ist, dass in der Nacht die meisten Opfer durch gezielte Schüsse hingerichtet wurden. Eine Mutter und ein Kind wurden mit einem Rührholz brutal erschlagen. Entdeckt hatte die Leichen ein Mädchen (12), das am Weg zur Schule seine Freunde abholen wollte. 

Zwei Buben überlebten
Auf dem Hof hatten zwei Familien gelebt, unter anderem jene des Besitzers Matthias Esterka. Sie dürften beinahe zeitgleich zusammen mit einem Knecht hingerichtet worden sein – Spuren einer Flucht suchte man nämlich vergeblich. Nur zwei Ziehkinder (4, 5) hatten die Gräueltat überlebt – sie hatten in ihrem Zimmer geschlafen. Warum ausgerechnet ihnen nichts angetan wurde, bleibt ebenso ein Rätsel.

Hatten ungarische Soldaten bei ihrer Flucht vor den Sowjets einen Goldschatz bei der Familie ...
Hatten ungarische Soldaten bei ihrer Flucht vor den Sowjets einen Goldschatz bei der Familie Esterka gebunkert?(Bild: Mabon Film / Lukas Jones)

Unbeliebter, brutaler Hofbesitzer
Esterka – ein gebürtiger Tscheche, der als äußerst brutal, hartherzig und im ganzen Ort völlig unbeliebt galt – steht auch im Mittelpunkt jeder Geschichte, die sich um den Mordfall rankt und sich unter anderem um Schwarzhandel, falsche Soldaten und versteckte Goldschätze dreht.

Illegales Fleisch und Schnaps
Der Landwirt soll – wie in der Nachkriegszeit nicht unüblich – Fleisch, Schnaps und andere Güter vom Hof aus schwarz verkauft und sich einen nicht unbeachtlichen Reichtum angeeignet haben. Mit den Russen – das Gebiet stand unter sowjetischer Besatzung – wurde ihm ein äußerst gutes Verhältnis nachgesagt. Sie kannten nicht nur die Kinder bestens, sie profitierten auch von Esterkas illegaler Produktion. Die meisten Experten gehen davon aus, dass diese Soldaten nichts mit den Morden zu tun hatten.

Zwei Buben überlebten das Massaker, sie schliefen in ihren Zimmern. ServusTV stellte die ...
Zwei Buben überlebten das Massaker, sie schliefen in ihren Zimmern. ServusTV stellte die Ereignisse von damals nach – zu sehen in der Sendung „Fahndung Spezial“ am Mittwoch um 20.15 Uhr.(Bild: Mabon Film / Lukas Jones)

Kamen ungarische Soldaten zurück?
Möglicherweise hatte jedoch Esterka mit viel wertvolleren Dingen gehandelt als nur mit Fleisch. Jedenfalls hatten die Täter laut Spuren am Tatort wohl danach gesucht. Eventuell nach dem Goldschatz, den ungarische Soldaten, die für ihre Brutalität bekannt waren, angeblich unmittelbar vor Kriegsende bei ihrer Flucht vor den Russen am Hof deponiert haben sollen? Sie könnten Jahre danach zurückgekehrt sein, als jedoch das Gold längst weg war.

Hatte Ehefrau eine Vorahnung?
Die beiden überlebenden Buben erzählten außerdem von einer Ausweiskontrolle uniformierter Männer, die jedoch nicht russisch, sondern Deutsch gesprochen haben sollen. Esterka habe sie dann rausgeschmissen. Sind sie zurückgekehrt? Seine Ehefrau soll zudem zwei Wochen vor der Tat mehrmals betont haben, dass sie sich bedroht fühlt. Hatte sie eine Vorahnung? Viele Fragen, auf die es fast 80 Jahre später noch keine Antwort gibt.

„Fahndung Spezial“ beleuchtet den Fall, zu sehen am Mittwoch um 20.15 Uhr auf ServusTV

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