Immer wieder kündigte ein 16-jähriger Steirer aus dem Murtal an, sich an seinen Klassenkollegen rächen zu wollen. Diese bekamen es mit der Angst zu tun. Nun stand der junge Mann vor dem Strafgericht in Leoben.
„Nein, ich wurde nicht gehänselt. Es waren Sticheleien wegen meiner langen Haare, aber das hat mir nichts getan“, will sich ein bald 17-Jähriger nicht erklären können, wieso er über mehrere Jahre hinweg immer wieder, so auch heuer, mit einem Amoklauf an seiner Schule im steirischen Murtal drohte – und zwar stets „am Ende des vierten Schuljahres“.
„Ich hatte Angst und wollte nicht mehr in die Schule“
Klassenkameraden sagen hingegen, er sei sehr wohl wegen seines ungepflegten Aussehens gemobbt worden. Auf Anraten seines Anwalts pocht er darauf, das Wort „Amoklauf“ auch nie benutzt zu haben. Er habe lediglich gesagt, sich an seiner Klasse zu rächen. Wie diese Rache aussehen könne, möchte Frau Rat wissen. „Vielleicht hätte ich der Lehrerin vor versammelter Klasse den Mittelfinger gezeigt“, startet er den Versuch einer Erklärung.
Ja, ich hatte auch Angst vor ihm und wollte, nachdem der Amoklauf in Graz passiert ist, auch nicht mehr in die Schule gehen.
Eine Mitschülerin
Mit Waffen der Mutter geprahlt
Entgegen seiner Beteuerungen erzählt eine Schülerin, dass er ihr gegenüber sehr wohl von einem Amoklauf gesprochen habe: „Er hat das auf einmal gesagt.“ „Ja, ich hatte auch Angst vor ihm und wollte, nachdem der Amoklauf in Graz passiert ist, auch nicht mehr in die Schule gehen“, ergänzt ein Mädchen, andere Kollegen pflichten ihr bei. Noch dazu prahlte der Schüler, seine Mutter habe Waffen zu Hause – was auch der Wahrheit entspricht. Einmal brachte er sogar ein Messer in die Klasse mit.
„Warum haben Sie das gemacht?“, versucht es Richterin Sabine Anzenberger noch einmal. „Vielleicht aus Spaß, um etwas gesagt zu haben.“ „Hier kann man nicht mehr von Spaß sprechen“, plädiert Staatsanwältin Anika Maierhofer, kurz bevor er zu fünf Monaten bedingt und Bewährungshilfe verurteilt wird – nicht rechtskräftig.
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