08.10.2013 13:49 |

Geld sparen

Die Heizkosten in den Griff bekommen

Früher als erwartet haben uns die ersten kalten Tage voll erwischt. Wetterexperten prognostizieren bereits einen extrem langen und kalten Winter. Gute Gründe also, um für diese Heizsaison einen neuerlichen Anlauf in Sachen Kostenersparnis beim Heizen in Angriff zu nehmen. Denn Tatsache ist: In heimischen Haushalten wird noch immer viel zu viel Geld sinnlos "zum Fenster hinaus geheizt".

Die Gründe dafür sind vielfältig und lassen sich nicht immer über Nacht beseitigen. So stimmt es, dass veraltete (und oft überdimensionierte) Heizanlagen teurer kommen als moderne, energiesparende Systeme. Doch nicht jeder hat auch das nötige Geld parat, um – trotz teilweise sehr guter Förderungen – dies auch finanzieren zu können. Und wenn man in Mietwohnungen lebt, ist man in vielen Fällen auf die Investitionsbereitschaft der Vermieter angewiesen.

Ähnliches gilt für den Fenstertausch oder sinnvolle Maßnahmen der thermischen Sanierung, wie z.B. die Dämmung von Dach und Mauerwerk. Daneben gibt es aber eine Reihe von kleineren Maßnahmen, die in Summe große Wirkung zeigen – und die jeder selbst im Griff hat.

Die wichtigste Regel: Bewusst heizen
Kaum vorstellbar, dass man durch den Supermarkt geht und völlig acht- und gedankenlos alles in den Warenkorb wirft, was einem so vor die Augen kommt. Und doch, so die Meinung vieler Heiz- und Energieexperten, gehen wir im Alltag genau so mit dem Thema Heizen um. Ist es kalt in der Stube? Kein Problem. Die Heizung wird auf Hochtouren geschaltet, um möglichst rasch die Wohlfühltemperatur zu erreichen. Zu heiß dann? Kein Problem. Ein wenig die Heizung wieder hinuntergeschaltet und kräftig die Fenster geöffnet. Lüften sollte man ohnedies auch in der kalten Jahreszeit öfters.

Was auf den ersten Blick recht absurd erscheint, ist Alltag in vielen Haushalten. Und im Übrigen ein Problem, das bei Weitem nicht nur auf den Heizbereich beschränkt ist. Auch viele Haushaltsgeräte-Hersteller klagen darüber, dass die neuen, energiesparenden Programme nur wenig bis gar nicht genützt werden.

Die Ursache liegt darin, dass nichts so schwer und langwierig ist, wie eingelernte Verhaltensmuster zu ändern. Der Umgang mit der Heizung erfolgt in vielen Haushalten gewohnheitsmäßig und oft auch nebenbei. Wenn man sich allerdings bewusst macht, dass auch nur ein Grad weniger Heiztemperatur eine Ersparnis bis zu sechs Prozent bringen kann, lohnt sich der Versuch, einen bewussteren Umgang mit der Heizung zu erlernen.

Wärmedieben auf der Spur
Die wenigsten Wohnungen oder Häuser verfügen im Vergleich zu der großen Anzahl unsanierter Bestandsobjekte über neue Fenster und Türen. Undichte Fenster oder Türen verursachen nicht nur ständigen Wärmeverlust im Raum, sondern auch ungesunde Zugluft. Auch das alte Fensterglas hinkt der wärmedämmenden Technologie neuer Scheiben kräftig nach.

Die erhöhten Heizkosten werden übrigens nicht nur durch den tatsächlichen ständigen Verlust durch die undichten Stellen bedingt, sondern auch durch die subjektiv empfundene Raumtemperatur: Bei alten, zugigen Fenstern und Türen verspüren die Bewohner in der Nähe der Scheiben oder Türen immer wieder ein unangenehmes Frösteln – trotz objektiv mehr als ausreichender Wohlfühltemperatur. Dieses Frösteln wird meist durch die konstante Zugluft verursacht und führt in vielen Fällen zu einem automatischen Hinaufdrehen der Heizung.

Tipp: Kerzentest durchführen. Mit einer brennenden Kerze in entsprechendem Abstand (ca. zehn bis 15 Zentimeter) langsam die Fensterrahmen entlanggleiten. Flackert die Kerze, deutet dies auf undichte Rahmen hin. Ganz ohne offenes Feuer geht es mit dem Papiertest: Bei geschlossenem Fenster versuchen, einen dünnen Papierstreifen durchzuziehen. Ist das möglich, sollten die Fenster getauscht, nachgestellt oder neu gedichtet werden.

Noch einige Heizspar-Tipps

  • Heizungsservice: Gerade jetzt, vor Beginn der intensiven Heizsaison, ist ein Rundum-Service für die Heizanlage unerlässlich. Schon aus Gründen der eigenen Sicherheit (z.B. Gasheizungen!). Wichtig ist auch, Heizkörper vor Inbetriebnahme sorgfältig zu entlüften. Luft in den Heizkörpern schränkt die Heizleistung stark ein.
  • Thermostatventile: In der Heiz-Praxis ist es meist um einige Grad wärmer als tatsächlich nötig. Häufig liegt die Ursache in schlecht regelbaren Thermostatventilen, etwa, wenn der Drehknopf nur eine unzureichende Temperaturskala aufweist und sich daher auch nicht punktgenau einstellen lässt.
  • Alte Fensterscheiben: Die sinnvollste Maßnahme ist hier sicherlich ein Fenstertausch. Ist dies nicht möglich, dann verbessern Vorhänge vor den alten Scheiben den Wärmeverlust ein wenig. Mittlerweile sind sogar eigene "Sparvorhänge" erhältlich, die man auch als einfach anzubringende Schlaufenvorhänge recht günstig kaufen kann.
  • Schlecht gedämmte Wände: Ist man nicht der Hauseigentümer, ist es in der Praxis oft schwierig, hier etwas zu unternehmen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme gibt es reflektierende Folien, die hinter den Heizkörpern an der Wand angebracht werden können. Über den Erfolg dieser Maßnahme gibt es zwar unter Energiesparexperten unterschiedliche Meinungen, doch, da es diese Folien mittlerweile recht günstig auch schon in Supermärkten oder Baumärken zu kaufen gibt, schadet ein Versuch mit Sicherheit nicht.
  • Freie Heizkörper: Optik gegen Energiesparen! Denn schön sind die meisten Heizkörper ja nicht wirklich. Trotzdem erweist sich das Verstecken der Heizkörper hinter Vorhängen oder Möbeln unter Umständen kostenmäßig als wahrer Luxus – was die Heizkostenabrechnung angeht.
  • Bewusst lüften: Falsches Lüften (zu wenig, zu lange, Kipp-Lüften!) ist einer der größten Verursacher zu hoher Heizkosten. Richtig: Regelmäßig, gezielt und kurz lüften – dabei alle Fenster weit öffnen.
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