Eine Theaterproduktion von Schriftsteller Bernhard Aichner sorgte in den letzten Monaten im Treibhaus für viele Lacher. Ein Erbschaftsstreit, viel Geld, schwarzer Humor, doppelte Böden und ein verwöhntes Haustier.
Nicht Krieg und Frieden, sondern Krieg und Katze heißt das Stück von Bernhard Aichner, das das Publikum im Treibhaus begeisterte. Und von Frieden war auch wirklich keine Spur, dafür gab es reichlich Katze.
Es handelt sich dabei um ein Stück im Stück: Vier Personen nehmen ein Krimi-Hörbuch auf und schlüpfen dafür in elf Rollen. Der Krimi ist spannend und so wie gute Krimis sein sollen: Blutig, mit doppeltem Boden, nichts ist wie es scheint, alles ist möglich. Wie das Hörspiel zustande kommt, ist Training für die Lachmuskeln: teils genervt, teils übermotiviert, sich uneins und auch schon mal improvisierend, schlüpfen die Schauspieler mal in die eine, mal in die andere Rolle, um das Stück in den Kasten zu bekommen. Dabei sind sie nicht gerade zurückhaltend, wenn es darum geht, ihre eigene Meinung zur Produktion kundzutun, Verbesserungsvorschläge inklusive.
Doch genug der Metaebene, tauchen wir in das Hörspiel ein: Waldemar ist ein Internetstar. Er ist der wohl berühmteste Kater in Mitteleuropa. Waldemar ist außerdem der Liebling seiner schon etwas älteren, steinreichen Besitzerin, ein verhätscheltes Tier, möchte man sagen. Und das sind auch schon die Hauptzutaten des Krimis: Ein großes Erbe, ein verstorbener Self-Made-Krösus (nach Corona überrascht es wohl nicht mehr, dass man mit Klopapier so viel Geld machen kann) und Verwandte, die Ansprüche stellen.
Und da ist dann noch der vermaledeite Kater. Moral? Fehlanzeige. Die Bereitschaft, über Leichen zu gehen? Aber hallo! Mit schwarzem Humor in tiefe menschliche Abgründe tauchen? Lieben wir.
Als Krimikomödie bestellt, wie gewünscht geliefert
Lustig ist der Krimi, weil lustig war er bestellt: Die „Weiberwirtschaft“ hat beim Tiroler Krimi-Bestseller Bernhard Aichner für das Treibhaus „Innsbrucker Staatstheater“ eine Krimikomödie bestellt – und die hat Aichner geliefert.
Mit der Besetzung von Marion Fuhs, Carmen Gratl, Ute Heidorn und Markus Völlenklee sowie Bernhard Aichner als digitale Einblendung und unter der Regie von Gerald Votava ist der Schmunzelkrimi bestens gelungen und brachte das Publikum im Treibhausturm nicht nur zum Schmunzeln, sondern zum lauten Lachen. Miau.
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