Schon seit Jahren arbeitet die israelitische Kultusgemeinde in Graz an der Errichtung eines eigenen Kulturzentrums. Vor einem Jahr hätte das Projekt eigentlich schon realisiert sein sollen, doch noch ist nichts passiert. Nach Recherchen der „Steirerkrone“ geht es plötzlich schnell.
Es soll ein Prestigeprojekt für Graz und überhaupt für die gesamte Steiermark sein: das erste jüdische Kulturzentrum auf dem David-Herzog-Platz 1. Ein Symbol für religiöse und künstlerische Vielfalt, realisiert ausgerechnet in der einstigen „Stadt der Volkserhebung“, in der ein Nazi-Mob in der Reichspogromnacht die Synagoge in Schutt und Asche legte.
2020 berichtete die „Steirerkrone“ erstmals über das Vorhaben unter der Ägide des Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Elie Rosen. Der Plan: Ein eigenes Stockwerk im Amtsgebäude neben der heutigen Synagoge wird adaptiert und zunächst Fotografen und Malern in würdigem Rahmen eine Bühne bieten. Insgesamt 1,3 Millionen Euro, je zur Hälfte von der Stadt Graz und dem Land Steiermark aufgebracht, waren ursprünglich dafür vorgesehen – ein Kostenrahmen, der nach Corona- und Teuerungskrise nicht mehr hält.
Die gewidmeten Räume stehen seit Jahren leer. Erste Forderungen der Baufirma an die jüdische Gemeinde haben sich bereits eingestellt.
Präsident Elie Rosen
Mit 1,9 Millionen Euro rechnet man mittlerweile, und genau an dieser Summe spießte es sich zuletzt. Anfang 2024 hätte das Bauvorhaben eigentlich abgeschlossen sein sollen, doch noch immer stehen die Räume leer. Auf „Krone“-Anfrage bestätigte Elie Rosen, „dass der damalige Landeshauptmann Christopher Drexler auf Basis der neuen Kostenberechnungen eine rasche Umsetzung zugesagt“ habe, diese aber nach wie vor auf sich warten lasse.
Nachdem sich Recherchen der „Krone“ bei Landes- und Stadtpolitikern herumgesprochen hatten, geht es jetzt aber offenbar schnell: Aus dem Büro des Landeshauptmanns hieß es gestern, die Finanzierung des Baus werde nächste Woche in der Regierungssitzung beschlossen.
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