Scan-Systeme stellen unroutinierte Reisende in Park-&-Ride-Anlagen oft vor Probleme – das wird dann teuer! Vor allem ältere Benützer sind mit dem System ohne Schranken überfordert, nachträgliche Zahlungsaufforderungen keine Seltenheit. Parkhausbetreiber APCOA zeigt sich allerdings kulant, wenn ein gültiger Fahrschein nachgereicht wird.
Es war ein schöner Ausflug, den das Paar anlässlich des 60. Hochzeitstages geschenkt bekam: einen Kurztrip nach Salzburg samt Zugticket, Nächtigung und Karten für ein Vivaldi-Konzert. Das Auto parkten sie in der Bahnhofsgarage in Wiener Neustadt. „Die Abfahrt war stressig“, so der 86-jährige Heinz S. Denn kurz zuvor erfuhren sie, dass der Zug bereits eine halbe Stunde früher losfuhr. Also hetzten sie zum Bahnhof und übersahen bei der Einfahrt ins Parkhaus die lange Anweisung zum richtigen Parken.
Retour kamen die beiden am nächsten Tag am Abend. „Es war dunkel und es war kein Schranken an der Ausfahrt“, so S., also fuhr er einfach hinaus, ohne das Bahnticket zu scannen. Erst ein halbes Jahr später folgte die böse Überraschung. Eine Zahlungsaufforderung von Parkhausbetreiber APCOA flatterte ins Haus: 135 Euro seien zu bezahlen.
ÖBB loben bewährtes System ohne Schranken
„Dieses System kommt bereits an vielen Standorten erfolgreich zum Einsatz“, rechtfertigt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif dieses Parkprinzip. „Ein Vorteil dabei ist, dass kein Schranken vorhanden ist, sondern eine Ampel. Diese springt auf Grün, sobald ein gültiges Ticket erkannt wurde.“
Das Ehepaar kannte dieses System jedoch nicht: „Wir sind es gewohnt, dass es in Parkgaragen einen Schranken gibt und einen Automaten, wo man vor der Ausfahrt bezahlt.“
APCOA zeigt sich kulant und akzeptiert derzeit auch Bahntickets, die später als 48 Stunden nachgereicht wurden. Bezahlt werden müssen dann „nur“ 35 Euro Bearbeitungsgebühr.
Ärger bleibt trotzdem. Denn: „Wer hebt sich schon seine Fahrkarte ein halbes Jahr oder länger auf?“, wittert Frau S. dann doch eine Abzocke vonseiten der APCOA.
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