Bärnbach bleibt auch nach der Wahl am 23. März fest in der Hand der SPÖ, Gegenstimmen zu dieser Einschätzung sind nicht zu hören. Bürgermeister Jochen Bocksruker hat einen Höhenflug – und dennoch wollen ihm die anderen Parteien das Feld nicht kampflos überlassen.
„Der Jochen hat einen Höhenflug“, sagt ein hochrangiger Politiker aus dem Bezirk Voitsberg anerkennend. Gemeint ist Jochen Bocksruker, Bürgermeister von Bärnbach. Seit 2019 im Amt, konnte er bei der Wahl ein Jahr später deutlich auf 67 Prozent und 19 von 25 Gemeinderatssitzen zulegen.
Seit Kurzem ist Bocksruker auch Landtagsabgeordneter für die SPÖ, was ihm noch mehr politisches Gewicht verleiht. Seinen Beruf bei der Sparkasse, den er zuletzt noch in Teilzeit ausübte, hängt er Ende März nach 30 Jahren an den Nagel: „Ich gehe mit ganzem Risiko in die Politik.“
Blauer Einzelkämpfer will zulegen
Bocksruker hält den Ball trotz großer Favoritenrolle flach: „Für mich beginnt jede Wahl bei null.“ Und er verweist etwa darauf, dass die FPÖ 2020 nach der Ibiza-Affäre im Niemandsland war und nun starken Rückenwind verspürt. Blauer Spitzenkandidat ist der Militärpolizist Klaus Friedrich, der nun fünf Jahre als Einzelkämpfer im Gemeinderat saß und den Prüfungsausschuss leitete: „Es war eine extrem spannende Zeit, ich wurde ins kalte Wasser geworfen und war voll gefordert.“
Friedrich betont das gute überparteiliche Miteinander in Bärnbach, „das sollte beispielgebend sein. Man hat mich akzeptiert.“ Wäre das nicht der Fall gewesen, würde er vielleicht heuer nicht nochmals antreten.
Bärnbach ist eine Zuzugsgemeinde. Es braucht flexible Kinderbetreuung für junge Familien.

Markus Kollmann (ÖVP)
Bild: ÖVP Bärnbach
Biobauer neu an ÖVP-Spitze
Auch der neue ÖVP-Spitzenkandidat Markus Kollmann (er löst Karin Buchgraber ab) kritisiert den politischen Stil in Bärnbach nicht. Es sei aber schwierig, angesichts einer so großen SPÖ-Mehrheit zu gestalten, sagt der Vollerwerbs-Biobauer. „Ziel ist eine konstruktive Oppositionsarbeit. Eine starke Mehrheit braucht eine starke Gegenseite.“
Laut Bocksruker wurden in den vergangenen fünf Jahren knapp 14 Millionen Euro in Bärnbach investiert – bewusst aber nicht in Leuchtturmprojekte. Auch in den nächsten Jahren warten primär „Hausaufgaben“, etwa der Ausbau der Kinderbetreuung und die Sanierung der Mittelschule.
Was würde die Opposition anders machen? Kollmann nennt beispielsweise flexiblere Kinderbetreuung und die Infrastruktur gerade im ländlichen Bereich der flächenmäßig recht großen Gemeinde. Auch Friedrich sieht bei den Gemeindestraßen abseits des Stadtkerns Handlungsbedarf. „Es braucht insgesamt eine bessere Prioritätensetzung, gerade in Zeiten, die finanziell herausfordernd sind.“ Auch mehr Transparenz und eine Stärkung des Sicherheitsgefühls seien ihm wichtig.
SBB tritt nicht mehr an
Erneut um den Einzug in den Gemeinderat kämpfen die Grünen mit Spitzenkandidat Matthias Nußbacher. Nicht mehr antreten wird heuer die SBB (Soziale Bewegung Bärnbach), die 2020 aus dem Gemeinderat flog. Neu ist die KPÖ mit Mentaltrainerin Janine Blumauer an der Spitze.
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