Extremes Klettern

30-Meter-Turm aus Eis: „Viele geben schnell auf“

Steiermark
26.01.2025 10:00

Eisklettern ist die Königsklasse im Klettersport. Nach jahrelanger Pause gibt es heuer – dank frostiger Temperaturen – wieder den 30 Meter hohen „Turm“ im steirischen Breitenau. Ein Sport, der viel Kraft und Kondition erfordert – und lebensgefährlich sein kann.

Wenn es richtig frostig wird, dann gibt es für Manfred Posch aus Breitenau und Anton Rumpl aus Semriach keinen Halt mehr. Die Alpinisten müssen rauf auf den vereisten Wasserfall. Die bizarre Eisformation namens „Alice“ im Tiefenbachgraben in Breitenau am Hochlantsch schreit förmlich nach Gipfelsieg. „Es ist eine hohe Kunst des alpinen Kletterns, weil es Erfahrung und viel Kondition braucht“, erklärt der 68-jährige Rumpl aus langjähriger Erfahrung.

„Die Kraft ist das, was am schnellsten ausgeht. Ich habe in dieser Eiswand schon einige Kletterer erlebt, die nach wenigen Meter aufgeben mussten.“ Doch auch der geübteste Kletterer sollte sich vor der ersten Eis-Tour mit der ungewohnten Materie vertraut machen, „denn der Unterschied zwischen Felsen und Eis ist riesig und macht unsicher“.

Beeindruckend: der Eis-Turm namens „Alice“
Beeindruckend: der Eis-Turm namens „Alice“(Bild: Posch/Rumpl)

Lebensgefahr durch herabstürzende Eisklumpen
Nur wenige Zentimeter steckt der Eispickel im gefrorenen Nass. Die Steigeisen graben sich in die senkrechte Eiswand, die mit wuchtigen Eisnoppen als Aufstiegshilfe verformt ist. „Das heißt bei uns Eisklettern-Blumenkohl, der beim Lostreten lebensgefährlich werden kann. Wer von den herabstürzenden Eisklumpen am Kopf getroffen wird, steht nicht mehr auf“, warnt Manfred Posch die Zaungäste, die staunend auf den 30 Meter hohen Eisturm blicken.

„Die Verhältnisse verändern sich täglich“, liest der Breitenauer die Beschaffenheit schon an den Farbschattierungen des Eises ab. Wie lange die Faszination Eisklettern hält, hängt vom Frost ab. „Vor 30 Jahren konnten wir von Dezember bis Februar durchklettern. Mit dem Klimawandel haben wir nun Winter, wo wir wie in den letzten Jahren kein Eis mehr zum Klettern hatten“, bedauert Posch. Wie gut, dass sich jetzt der Jänner von der frostigen Seite zeigt.

Anton Rumpl und Manfred Posch sind echte Profis
Anton Rumpl und Manfred Posch sind echte Profis(Bild: Posch/Rumpl)

Schnuppertag für Anfänger
Denn heute, Sonntag, laden die Naturfreunde Breitenau zum Eisklettertag. Unter gesicherten Bedingungen haben Anfänger die Chance auf diese Sportart. Die Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt.

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