Viele Salzburger Familien sind in Sorge wegen des Sparkurses bei den sogenannten „Community Nurses“. In Gemeinden, die die Beratung erhalten, herrscht große Dankbarkeit unter den alten Bewohnern. Denn die positiven Auswirkungen sind unbestritten.
Wir sind die zentrale Ansprechperson, die alle Fäden zieht. Die Senioren wissen ja gar nicht, was es alles gibt. Wir Community Nurses helfen ihnen dabei, dass sie weiter gesund daheim leben können.“ Was Maria Fellner über ihre Arbeit in Bergheim erzählt, trifft auch auf ihre Kolleginnen zu. Sie erleben seitens alter Menschen und ihrer Familien eine riesige Dankbarkeit – wo es Beraterinnen wie Maria Fellner noch gibt.
Ortschefs reagieren unterschiedlich
Denn die Anzahl der als EU-Pilotprojekt gestarteten 33 „Community Nurses“ im Bundesland wurde zusammengestrichen. Träger sind das Hilfswerk, das Diakoniewerk und die Regionalverbände Lungau und Pinzgau. Der Bund bezahlt jetzt zwei Drittel der Kosten. Gemeinden hatten auf das Land Salzburg als zusätzlichen Finanzier gezählt, was das Land aber ablehnte.
Bergheim behält als eine der wenigen Gemeinden durch Zuzahlung seine Beraterinnen im gewohnten Ausmaß. Auch Thalgau macht das mit Eigenmitteln. Ihm gehe seitens des Landes aber der Weitblick ab, ärgert sich dort ÖVP-Bürgermeister Johann Grubinger. „Schimpfen bringt nichts. Wir planen weiter und wollen ein flächendeckendes Angebot schaffen“, sagt dagegen Michael Obermoser, Obmann des Regionalverbands Pinzgau. „Uns ist es wert, dazuzuzahlen“, meint der Fuscher ÖVP-Ortschef Hannes Schernthaner. Im Regionalverband Lungau freut sich Obmann Markus Schaflechner nach anfänglicher Kritik, dass das Projekt überhaupt in halbierter Form weitergehe.
„Habe so viele Briefe wie noch nie gekriegt“
Alte Menschen und Angehörige hat die Nachricht über die Streichung von „Nurses“ kalt erwischt. Aus Hallein heißt es, die Sorge über den reduzierten Unterstützungsumfang sei groß. „Gibt es euch bald nicht mehr?“, fragen sich Senioren. Viele wurden durch die Beratung in ihren vier Wänden wieder eigenständiger, ihr Selbstwert stieg. Deshalb griffen zahlreiche Senioren zu Papier und Stift, um ihre Erfahrungen ihrem Bürgermeister zu schreiben. Aus Thalgau schildert Ortschef Grubinger: „Ich habe noch nie so viele Briefe gekriegt.“
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