Direkt vor seinem Haus hinterließen anonyme Täter bedrohliche Nachrichten für Grün-Gemeinderat Sebastian Schirl-Winkelmaier. Dieser ging damit an die Öffentlichkeit: „Lasse mich nicht einschüchtern.“
„Das ist natürlich äußerst unangenehm. Nicht nur für mich, sondern vor allem für meine Frau und meine drei Kinder“, schildert Sebastian Schirl-Winkelmaier. Sein ältester Sohn (18) – zu dem Zeitpunkt am Sonntagvormittag ausgerechnet alleine zu Hause – hatte jene zwei Botschaften am Haus in Gramatneusiedl, Bezirk Bruck an der Leitha, gefunden, die ein Unbekannter mit Klebeband auf den Postkasten und mit Kleister an die Plakatwand gegenüber dem Wohnhaus angebracht hatte. Darauf wünscht er dem Öko-Politiker nichts Gutes. Das berühmt-berüchtigte Gefängnis Alcatraz sei der „richtige Ort“ für den 46-Jährigen (siehe Fotos).
Es ist etwas anderes, ob man im Internet anonym beleidigt wird oder ob man solche Botschaften zu Hause vorfindet. Immerhin ist es keine direkte Gewaltandrohung.
Sebastian Schirl-Winkelmaier
„Anderen Mut machen“
Schirl-Winkelmaier rief sofort die Polizei, die der Staatsanwaltschaft Bericht erstattete. Und er entschied sich, den Vorfall öffentlich zu machen. „Ich will der anonymen Person zeigen, dass es so nicht geht. Ich lasse mich nicht einschüchtern und will anderen Opfern solcher Bedrohungen Mut machen.“ Angst, damit eine Gegenreaktion auszulösen, hat der Ortspolitiker nicht. „Dann müsste die Person ja aus der Anonymität heraustreten. Ich scheue die Diskussion sicherlich nicht und es wäre interessant, welche Gründe diese hat“, so Schirl-Winkelmaier.
Hintergründe unklar
Über die Hintergründe kann Schirl-Winkelmaier derzeit aber nur mutmaßen. „Es gab keinen Vorfall, der polarisiert hätte. Aber es findet nicht zuletzt durch den Aufwind anderer Parteien eine politische Verrohung statt, bei der gerade Grüne vermehrt angegriffen werden. Das bestätigen auch Parteikollegen im Land“, so der 46-Jährige.
Unterstützung bekommt der Grüne auch auf sozialen Medien, wo er den Vorfall gepostet hat. „Das ist absolut inakzeptabel“, reagierte etwa SPÖ-Bürgermeister Thomas Schwab. „Großer Respekt für deine Entschlossenheit im Angesicht des Hasses“, schrieb Peter Kraus, Parteivorsitzender der Wiener Grünen.
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