Die ersten Planungen gab es schon, als man noch in Schilling rechnete. Nun ist der Baustart für eine Fuß- und Radverbindung in der Wildschönau fixiert, sie leert die öffentlichen Kassen ganz gehörig. Ist es der teuerste derartige Abschnitt in Tirol?
„Ja, das war ein Dämpfer“, schnauft der Wildschönauer Bürgermeister Hannes Eder in Hinblick auf die neue Kostenschätzung von sechs Millionen Euro. Noch im Herbst 2023 hatte man 3,3 Millionen Euro veranschlagt. Im Gemeinderat überwog letztlich die Haltung: Wir müssen das zähneknirschend durchziehen, sonst kommt das Projekt nie mehr zustande. Immerhin verspricht das Land, 70 Prozent der Kosten zu übernehmen.
Schluchtartige Strecke, bisher lebensgefährlich
Konkret geht es um nur 900 Meter zwischen Mühltal und Oberau. Teils eine Schluchtstrecke mit einer engen Landesstraße, für Fußgänger und Radfahrer bisher lebensgefährlich.
Klar war es eine Ernüchterung, als die neue Kostenschätzung kam. Die Finanzierung ist mithilfe des Landes aber zu schaffen.
Bürgermeister Hannes Eder
Viele Experten für technische Herausforderung
Das Projekt als „technisch komplex“ zu bezeichnen, ist wohl eine Untertreibung. Nötig waren Rodungsarbeiten, umfangreiche Bodenerkundungen (Schürfe) und eine Brücke bei der Talmühle (der Weg wechselt dort die Bachseite).
Diverse Experten zerbrachen sich den Kopf über Statik, Geologie, Naturkunde, Gewässerökologie bis hin zur Wildbach- und Lawinenverbauung. Zuletzt wurde noch klar, dass 1800 m² Spritzbetonsicherung nötig sind, dazu müssen 1600 m³ des schlechten Untergrundes überhaupt ausgetauscht werden.
Wir sind im Gebirgsland, da gibt es viele herausfordernde Radweg-Lücken.
Landesbaudirektor Christian Molzer
Bauzeit nur in Niedrigwasserperiode
Das Vergabeverfahren ist in der Endphase. „Geplanter Start ist am 4. November. Zwischen Mai und September kann am Bach nicht gebaut werden“, sagt der Dorfchef. Ist das der teuerste Radweg Tirols? Landesbaudirektor Christian Molzer zur „Krone“: „Nein, wir sind im Gebirgsland, da gibt es viele herausfordernde Radweg-Lücken.“
Radfahren abwärts trotzdem auf der Straße
Die Pointe beim Wildschönauer Millionenprojekt ist aber: Talwärts müssen Radfahrer weiter die Landesstraße (L3) nutzen, weil sie sonst den Fußgängern gefährlich in die Quere kommen.
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