Im fünften österreichischen Amazon-Standort in Premstätten läuft der Betrieb langsam an. Nach 14 Monaten Bauzeit haben die ersten Mitarbeiter die Arbeit aufgenommen, bis zum Vollausbau dauert es aber noch. Die Musikbegleitung in der 11.000-Quadratmeter-Halle hat dafür bereits Großraumdisco-Anmutung.
Eine Handvoll Mitarbeiter steht beim „Steirerkrone“-Besuch Donnerstagfrüh am Förderband und kümmert sich um die korrekte Sortierung. Es sind fast ausschließlich Männer, die ihre um 2 Uhr nachts beginnende Schicht bald hinter sich haben. Sie verlieren sich beinahe in der gigantischen Halle – der größten der nunmehr fünf Verteilzentren des Paketriesen in Österreich. Die Belegschaft der anderen, familienfreundlicheren Schichten sei wesentlich weiblicher, versichert man uns.
Die Musik kommt vom Band, die Packerl auch
Gespräche erfolgen unter erschwerten Bedingungen, denn die Menschen am Band legen sich ihre Sortiermusik selbst auf. Für einen Tag kann hier jeder DJ spielen – durchaus lautstark. Ansonsten sind die Unterhaltungsmöglichkeiten im Gewerbegebiet an der A9 spärlich, ihre Pausen verbringen die Mitarbeiter am Gelände, mit kostenlosen Getränken und verbilligten Mahlzeiten zum Aufwärmen.
Schrittweise Steigerung bis Weihnachten
Zurzeit sind es 65 Personen, die den neuen Standort mit Leben füllen. Gesamt ist die Halle auf 130 Mitarbeiter ausgelegt, bis zum Vollbetrieb wird es aber noch einige Monate dauern, erklärt Sprecher Steffen Adler. Einstweilen gehe es darum, „die Prozesse zu stabilisieren und das Volumen im Zustellgebiet abzutesten“. Erste große Belastungsprobe wird das Weihnachtsgeschäft.
Nach zweimal Wien, Niederösterreich und Klagenfurt soll das Verteilzentrum in Premstätten nun besonders die Versorgung in der südlichen Steiermark optimieren. Vorteil für die Kunden: Sie können jetzt später ihre Bestellungen abgeben und werden dennoch spätestens am übernächsten Tag beliefert.
Wetterkapriolen überschatten Eröffnung
Der Start stand unter keinem guten Stern, die geplante offizielle Eröffnung am Donnerstag wurde aufgrund der unwettergetrübten Stimmung in den Oktober verlegt. Bisher hat man den neuen Standort nur intern gefeiert.
Das Hochwasser hat aber auch gezeigt, wozu ein milliardenschwerer Weltkonzern imstande ist: Der Katastrophenstützpunkt im deutschen Rheinberg wurde umgehend aktiviert, dort lagern tonnenweise Waren, die in Krisensituationen gefragt sind. Binnen 72 Stunden können Organisationen, die Bedarf anmelden, etwa mit Zelten beliefert werden. In Österreich arbeitet man mit dem Roten Kreuz zusammen, an das 25.000 Euro an Hochwasser-Soforthilfe gespendet wurden.
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