„Paaarty“: Unter diesem Motto startete das Musikfestival Arsonore auf Schloss Eggenberg in Graz die Feiern zu seinem zehnten Geburtstag. Intendant und Pianist Markus Schirmer, das Ensemble Wien-Berlin und Clown Anatoli Akerman zündeten ein Feuerwerk.
Vom Pfeil getroffen, sinkt Markus Schirmer nieder. Eine Tragödie ist das aber nicht. Im Gegenteil! Denn das – Gott sei Dank nur pantomimische – Geschoss fängt sich der Arsonore-Intendant während der Show des Clowns Anatoli Akerman ein. Und die ist fantastisch.
Verdacht auf Unernsthaftigkeit
Gemeinsam mit dem Bläserquintett Ensemble Wien-Berlin eröffnet der Komödiant im Eggenberger Planetensaal das zehnte Arsonore-Musikfestival. Obwohl Schirmer nicht Kanzler werden will, ist seinem Jubiläumsprogramm dabei der „Verdacht auf Unernsthaftigkeit“ mit Absicht sehr zu eigen: Das Motto ist „Paaarty“ und auch die Musik ein wilder Rutsch durch die Champagnerlaunen der Klassik.
In blitzblanker Klangqualität dudeln die fünf Mitglieder der Wiener und Berliner Philharmoniker folglich halsbrecherisch durch musische Schrullen wie „L’Heure du Berger“ (Das Schäferstündchen) von Jean Françaix. Während von Jacques Ibert bis Darius Milhaud viel Sektlaune zwischen Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn sprudelt, sind die schönsten Momente die des halben Ernstes. Etwa in Camille Saint-Saëns „Caprice“ op. 79, in der das Ensemble in romantischer Ironie wohldosiert zwischen Lachen und Weinen tänzelt.
Auch die „sechs Bagatellen für Bläserquintett“ des modernen Klassikers György Ligeti fallen in diese Kategorie. Pointiert schaffen die Musiker plastische Einzelszenen mit farbsattem Gefühlshaushalt: von Lamentoso bis Capriccioso eine große Show.
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