Ein Grazer Ehepaar versuchte bei einem medizinischen Notfall vergeblich über eine Notruf-App Hilfe zu holen. Erst als die Gattin des Betroffenen nach 15 Minuten Wartezeit telefonisch den Notruf 144 wählte, machte sich ein Rettungswagen auf den Weg.
Seit einigen Jahren gibt es in Österreich eine Handy-App, über die man Notrufe absetzen kann. Dahinter steht der gemeinnützige Notruf Niederösterreich GmbH, die eingehende Notrufe an die jeweils zuständigen Landesleitstellen weiterleitet. Ein Vorteil der App ist unter anderem, dass der exakte Standort der Person in Not übermittelt wird.
15 verlorene Minuten
Im Juli machte ein Grazer davon Gebrauch, als ihm infolge einer Allergie die Atemwege zugeschwollen waren und er unter akuter Atemnot litt. In einer telefonischen Rückmeldung hieß es, die Rettung sei unterwegs.15 Minuten lang warteten der Mann und seine Gattin vergeblich. Dann wählte die Frau des Grazers den Notruf 144 und binnen zehn Minuten kam Hilfe – zum Glück noch rechtzeitig.
Dennoch sind die Betroffenen verärgert. „Natürlich habe ich die App auf allen Handys meiner Familie entfernt“, sagt der Sohn des Grazers.
Fehler bei Datenübernahme
Wie konnte es zu dieser haarsträubenden Panne kommen? Seitens des App-Betreibers Notruf NÖ erklärt man, die Alarmierung habe funktioniert und sei auch an die steirische Rotkreuz-Leitstelle weitergeleitet worden. Es sei nur zu einer „kurzen Verzögerung“ gekommen.
„Tatsächlich ist es im vorliegenden Fall zu einem Fehler bei der Datenübernahme gekommen. Das bedauern wir sehr. Nach Einlangen des Notrufs über die Notrufnummer 144 hat die Rettungskette gewohnt zuverlässig funktioniert“, heißt es vom steirischen Rotkreuz-Landesverband – man arbeite derzeit an einer Optimierung der Datenübertragung.
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