Seit dem Vorjahr gibt es deutlich mehr Kassen-Hebammen in der Steiermark, das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Gesundheitsministerium. Doch in einigen Regionen klaffen noch Lücken, etwa in den Bezirken Murtal, Liezen und Deutschlandsberg.
28 Kassen-Hebammenstellen für die gesamte Steiermark: So viele waren in den Jahren 2019 bis 2022 am Papier vorhanden – dem gegenüber standen etwas mehr als 10.000 Geburten pro Jahr. Und diese 28 Stellen war auch nie zur Gänze besetzt: 2019 waren sechs Stellen unbesetzt, in den Jahren darauf waren es vier, zwei und drei.
Diese Zahlen sind aus einer Anfragebeantwortung des Gesundheitsministeriums an die FPÖ ersichtlich. Darin wird auch festgehalten, dass selbst bei den besetzten Planstellen letztlich weniger Frauen betreut worden sind als vorgesehen: „Aus unterschiedlichsten Gründen“ hätten die Hebammen das gesamte Vertragsausmaß der Planstellen meist nicht erfüllt.
Neuer Vertrag ermöglicht Teilzeit
Ein Grund: Bis Ende 2022 konnten Kassen-Hebammen nicht Teilzeit arbeiten. Mit dem neuen, österreichweit gültigen Gesamtvertrag ab 2023 ist das möglich. „Dadurch kam es zu einer enormen Verbesserung der Versorgung“, so das Ministerium. Es wurden auch neue Planstellen geschaffen.
Mit Stand 1. April 2024 sieht die Lage folgendermaßen aus: Es gibt nun 35 Planstellen in der Steiermark, 24,75 davon sind von insgesamt 45 Hebammen besetzt. Das bedeutet aber auch, dass etwas mehr als zehn Planstellen unbesetzt sind. Laut Dachverband der Sozialversicherungsträger sind diese bis auf wenige Ausnahmen seit eineinhalb Jahren vakant – obwohl sie viermal pro Jahr ausgeschrieben werden.
Die vielen unbesetzten Stellen sind besorgniserregend. Immerhin handelt es sich dabei um ein elementares medizinisches Versorgungsangebot.
Nationalratsabgeordneter Markus Leinfellner (FPÖ)
Ruf nach Hebammenzentren
Wie aus der Grafik ersichtlich, gibt es insbesondere in den Bezirken Murtal, Liezen und Deutschlandsberg kaum Kassen-Hebammen. „Aus unserer Sicht sollte das in manchen Regionen bereits umgesetzte Modell von Hebammenzentren steiermarkweit noch besser ausgerollt werden. Solche Hebammenzentren sollten auch seitens der Landesregierung bestmöglich unterstützt werden“, fordert der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Markus Leinfellner.
Eine positive Entwicklung: Wurden 2019 nur 1403 Frauen durch Hebammen mit Kassenvertrag betreut, so waren es 2023 schon 2485 Frauen. Ein weiterer Anstieg wird erwartet.
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